Ein offenbar an dem Giftanschlag auf den Kremlkritiker Alexej Nawalny beteiligter Agent des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB hat den Mordversuch eingeräumt.
Nach Spiegel-Bericht und Informationen der Rechercheplattformen Bellingcat und The Insider soll der Mann die Tat in einem Telefongespräch gegenüber Nalwalny gestanden haben.
Zuvor hatte unter anderem der Spiegel berichtet, dass wahrscheinlich acht Agenten des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB an dem Anschlag Russlands prominentesten Oppositionspolitiker Alexej Nawalny im August 2020 beteiligt gewesen seien.

Nawalny von deutscher Staatsanwaltschaft befragt

Nawalny war nach eigenen Angaben zufolge in Deutschland von Ermittlern zu dem Giftanschlag auf ihn befragt worden. Er habe den halben Tag bei „der deutschen Staatsanwaltschaft“ verbracht, schrieb Nawalny in seinem Telegram-Kanal. Damit erweise sich die Aussage von Kremlchef Wladimir Putin, Deutschland kooperiere nicht bei der Aufklärung des Verbrechens, als Lüge, schrieb Nawalny, der sich zurzeit in Deutschland erholt.
„Nun, sie (die Deutschen) wurden gebeten, mich zu befragen und haben Fragen geschickt bekommen. Sie haben mir diese Fragen gestellt, die Antworten aufgeschrieben und schicken sie nach Moskau“, schrieb Nawalny.
Russland hatte in der Vergangenheit mehrere Rechtshilfegesuche an Deutschland geschickt und den Behörden in Berlin vorgeworfen, darauf nicht zu reagieren. Die Bundesregierung hatte das als falsch zurückgewiesen.
Bei seiner großen Jahrespressekonferenz hatte Putin Deutschland einmal mehr aufgefordert, Beweise für den Anschlag auf seinen schärfsten Kritiker im August vorzulegen. Deutschland hingegen sieht Russland in der Verantwortung und hatte darauf hingewiesen, dass dort Blutproben und Kleidung Nawalnys als Beweise verblieben seien. Nach den Befunden mehrerer westlicher Labore - darunter dem der Bundeswehr - wurde der gemäß Chemiewaffenverbot geächtete Kampfstoff Nowitschok zweifelsfrei im Organismus Nawalnys nachgewiesen. (mit dpa)