Steckbrief zur Thüringen-Wahl: Katja Wolf – alles Wichtige zur BSW-Spitzenkandidatin

Katja Wolf (Mitte), die Spitzenkandidatin des Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Thüringen. Steckbrief, Ausbildung, was man privat über die Politikerin weiß und wie sie zur Politik kam.
Hannes P Albert/dpaKatja Wolf ist die BSW-Spitzenkandidatin in Thüringen und hat in der Landtagswahl 2024 mit ihrer Partei aus dem Stand ein zweistelliges Ergebnis eingefahren. Wer ist die Politikerin? Ein Steckbrief.
Übersicht:
- Katja Wolf: Steckbrief, Kinder, Ehemann, Bilder
- Herkunft und Lebenslauf von Katja Wolf
- Politischer Werdegang
- Aktuelle Reaktionen zur Thüringen-Wahl von Katja Wolf
- Weitere Spitzenkandidaten der Thüringen-Wahl
Katja Wolf: Steckbrief, Kinder, Ehemann, Bilder
Ihr Privatleben hält Katja Wolf weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Bekannt ist, dass ihr Ehemann Jörn heißt und sie zwei Kinder hat.
- Name: Katja Wolf, geborene Hofer
- Partei: Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW)
- Geburtsort: Erfurt
- Wohnort: Eisenach
- Geburtsdatum: 7. März 1976
- Familienstand: verheiratet, zwei Kinder
- erlernter Beruf, Abschlüsse: Dipl.-Sozialarbeiterin/Sozialpädagogin
Lebenslauf von Katja Wolf
Katja Wolf legte 1994 ihr Abitur am Heinrich-Hertz-Gymnasium in Erfurt ab und studierte anschließend Sozialpädagogik und Sozialarbeit an der Fachhochschule der Thüringer Landeshauptstadt. Ihr Studium schloss sie 1999 mit dem Diplom ab.
Im selben Jahr kam sie erstmals in Berührung mit dem Thüringer Landtag: Wolf war zwischen Januar und August 1999 als wissenschaftliche Mitarbeiterin dort beschäftigt und zog nach der Landtagswahl im September des gleichen Jahres in den Landtag ein.
Politischer Werdegang der BSW-Spitzenkandidatin
Diese politischen Ämter und Stationen hat Katja Wolf absolviert:
- 1999 bis 2012: Landtagsabgeordnete im Thüringer Landtag für die Partei Die Linke, Vorsitzende des Gleichstellungsausschusses, umweltpolitische Sprecherin der Linken-Fraktion
- seit 2004: Mitglied des Stadtrats in Eisenach
- 2009: Kandidatin für den Wahlkreis Wartburgkreis II – Eisenach; Wolf erlangte bei der Landtagswahl das Direktmandat für ihren Wahlkreis
- 2012: Im Mai 2012 gewann Katja Wolf die Wahl zur Oberbürgermeisterin der Stadt Eisenach
- 2018: Wolf wird erneut zur Eisenacher Oberbürgermeisterin gewählt
- 2019: Katja Wolf wird zur stellvertretenden Präsidentin des Deutschen Städtetags (Zusammenschluss von kreisfreien und -angehörigen Städten) gewählt
- 2012: Bei der Wahl zum Kreistag des Wartburgkreises am 20. Juni 2021 wurde Wolf als Mitglied für die Partei Die Linke mit den drittmeisten Stimmen gewählt.
- 2021: Mitglied im neuen Kreistag, der die kommunalpolitische Vertretung im zusammengeführten Wartburgkreis und der bis dahin kreisfreien Stadt Eisenach übernimmt.
Im Januar 2024 sorgte Katja Wolf für Aufsehen, als sie ankündigte, nicht mehr für das Amt der Oberbürgermeisterin von Eisenach zu kandidieren und gleichsam ihren Austritt aus der Linken sowie ihren Wechsel zum Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) bekannt gab. Die 48-Jährige übernahm die Position der Landesvorsitzenden und Spitzenkandidatin für die Landtagswahl.
Für ein kollektives Raunen hatte die Politikerin schon einmal gesorgt, als sie nach der Kommunalwahl 2014 den NPD-Mandatsträgern den obligatorischen Handschlag verweigerte. Normalerweise werden Stadträte in Thüringen auf diese Weise verpflichtet. Nach einer Klage des Fraktionsvorsitzenden der NPD urteilte das Thüringer Oberverwaltungsgericht Anfang 2019, dass dieses Verhalten nicht mit der Thüringer Kommunalordnung vereinbar ist und Wolf somit rechtswidrig gehandelt hat.
Katja Wolf legte Berufung ein und zog bis vor das Bundesverwaltungsgericht. Nach der Kommunalwahl 2019 verweigerte sie den Stadträten der NPD erneut den Handschlag.
Ein Jahr später wurde die Thüringer Kommunalordnung geändert, sodass der Handschlag nicht mehr rechtlich verpflichtend ist. So konnte Wolf nach der Kommunalwahl 2024 den NPD-Nachfolgeparteien Die Heimat und der AfD erneut den Handschlag verweigern und hatte diesmal das Recht auf ihrer Seite.
Aktuelle Reaktionen zur Thüringen-Wahl von Katja Wolf
Nach der Landtagswahl in Thüringen am 1. September 2024 zeichnet sich eine schwierige Regierungsbildung ab. Die AfD mit ihrem Rechtsaußen-Chef Björn Höcke wurde erstmals in einem Bundesland stärkste Kraft. Alle Ereignisse des Wahltages können Sie hier noch einmal nachlesen.
Die CDU kam auf Platz zwei, das BSW lag noch vor der Linken auf Platz drei. Die SPD schaffte den Einzug in den Landtag und landete auf Platz fünf. In den vergangenen fünf Jahren führte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) eine Minderheitsregierung aus Linke, SPD und Grünen, die keine eigene Mehrheit im Parlament hatte. Das Besondere: Über mehrere Jahre gab es auch keinen festen Tolerierungspartner. Das Bündnis wurde im Landtag mehrfach von der Opposition überstimmt.
BSW-Chefin Katja Wolf sieht eine mögliche Minderheitsregierung in Thüringen skeptisch. Eine Minderheitsregierung sei in der aktuellen Situation „keine gute Option“, sagte die 48-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Sie habe eine große Einigkeit auch bei den anderen Parteien vernommen, „dass eine Minderheitsregierung, so wie wir sie in den letzten fünf Jahren erlebt haben, so keine politische Zukunft haben darf in Thüringen“. Man müsse daher schnell in Gespräche kommen „und muss ausloten, was irgendwie möglich ist“.
Weitere Spitzenkandidaten der Thüringen-Wahl
Georg Maier, SPD
Björn Höcke, AfD
Mario Voigt, CDU









