über Schwarzfahren als Straftat
: Schwarzfahren soll eine Straftat bleiben

Mord, Totschlag, Vergewaltigung: Schwarzfahren ist zwar vom Unrechtsgehalt weit von diesen Delikten entfernt.
Von
Dorothee Torebko
Berlin
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Dorothee Torebko

SWP

Doch auch wer Bus und Bahn ohne Ticket nutzt, muss sich im Einzelfall auf eine Haftstrafe gefasst machen. Thüringen und Berlin wollen Schwarzfahren zur Ordnungswidrigkeit machen. Das ist ein Fehler. Setzte sich der Vorschlag durch, litten ehrliche ÖPNV–Nutzer.

Wäre Fahren ohne Ticket wie Falschparken nur eine Ordnungswidrigkeit, dürften die Schwarzfahrer nicht von Kontrolleuren festgehalten werden. Das förderte den Ticketbetrug, und den ohnehin gebeutelten Verkehrsbetrieben fehlten Einnahmen. Ihnen bliebe nur, die Preise zu erhöhen.

Sicherlich sind es häufig die sozial Benachteiligten, die sich den Fahrschein nicht leisten können und deshalb ins Gefängnis wandern. Das Problem ist aber leicht zu lösen: Statt die Gefängnisse mit Schwarzfahrern, die ihre Geldstrafen nicht bezahlen können, vollzustopfen, könnten sie stattdessen gemeinnützige Arbeit verrichten. Das entlastet Gefängnisse, tut der Gemeinschaft etwas Gutes  – und am Ende ist der Ehrliche nicht der Dumme.