über Strafen für unanständige Fotografien: Jeder ist gefordert

Dorothee Torebko
MOZDenn Nachdenken über eine Tat hat etwas damit zu tun, dass man sich in das Opfer hineinversetzen kann. Und das hat mit Anstand und Vernunft zu tun. Die lassen sich nicht per Gesetz verordnen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass jeder Einzelne, der eine solche Tat beobachtet, nicht schweigend danebensteht, sondern den Täter konfrontiert. Dass er zur Polizei geht und die Straftat anzeigt. Dass er den Täter fragt: Was tust Du da? Siehst Du nicht, wie Du dem Opfer die Würde nimmst, wie Du ihn zu einem Objekt degradierst, wie Du ihn/sie vielleicht sogar traumatisierst? Schämst Du dich nicht?
Viele dieser Bloßstellungen in Form von Fotos und Filmen gäbe es nicht in diesem unglaublichen Ausmaß, wenn es die schnelle Verbreitung über das Internet nicht gäbe. Hier sind nicht nur die Betreiber von sozialen Netzwerken und die Politik gefragt, dem Einhalt zu gebieten. Sondern auch diejenigen, die unfreiwillig solche Filme zugeschickt bekommen. Statt sie weiterzuverbreiten und dem Täter damit Bestätigung für sein Handeln zu geben, könnten diejenigen auf den Straftatbestand hinweisen. Das ist anstrengend und mühsam und schiebt die Verantwortung hin zu demjenigen, der die Aufnahme nicht verantwortet. Doch es ist notwendig.
