Wahl 2024 in Thüringen: AfD gewinnt Europawahl — aber keine Landratsämter

Wahlhelfer sortieren in Erfurt die Stimmzettel der Stichwahl und der Europawahl in einem Wahllokal in der Landeshauptstadt von Thüringen.
Martin Schutt/dpaDie AfD ist bei der Europawahl in Thüringen stärkste Kraft geworden. Die vom Landesverfassungsschutz im Freistaat als rechtsextremistisch eingestufte Partei holte am Sonntag 30,7 Prozent, wie aus Daten des Landeswahlleiters nach Auszählung aller Stimmen hervorging.
Die CDU landete mit 23,2 Prozent auf Platz zwei. Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) kommt im Freistaat aus dem Stand auf 15,0 Prozent und damit auf Platz drei. Im Freistaat wird am 1. September ein neuer Landtag gewählt. Die AfD liegt dort in Umfragen seit Monaten auf Platz eins — mit Werten um die 30 Prozent.
Bei der Europawahl weit abgeschlagen und mit hohen Verlusten lagen die SPD mit 8,2 Prozent und die Linke mit 5,7 Prozent, die Grünen mit 4,2 und die FDP mit 2,0 Prozent auf den weiteren Plätzen. Die Wahlbeteiligung lag bei 61,9 Prozent und damit leicht über dem Ergebnis vor fünf Jahren. In Thüringen waren bei der Europawahl mehr als 1,7 Millionen Menschen wahlberechtigt.
Bei den kommunalen Stichwahlen sah der CDU–Landesvorsitzende Mario Voigt die CDU–Kandidaten am Sonntagabend auf Erfolgskurs. Sie mussten sich in sechs Landkreisen mit AfD–Bewerbern auseinandersetzen. „In Thüringen vertrauen die Menschen der CDU“, sagte Voigt der Deutschen Presse–Agentur in Erfurt. Die CDU habe unter anderem mit ihren Kandidaten in der Landeshauptstadt Erfurt, im Eichsfeld, im Wartburgkreis oder im Kreis Sömmerda gepunktet.

