Windkraftanlagen: Neue Vorschrift soll Akzeptanz der Bevölkerung erhöhen

Die Bundesregierung hat eine neue Vorschrift für Windkraftanlagen aktualisiert: Die nächtliche Beleuchtung der Windräder soll nur noch dann aktiviert werden, wenn sich ein Flugobjekt nähert.
Jan Woitas/dpa„So lassen sich die Blinkzeiten reduzieren“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Durch die Überarbeitung einer Verwaltungsvorschrift wurde nun eine zusätzliche Technologie, die sogenannte Transponderlösung, für das Abschalten zugelassen.
Hintergrund ist, dass Windräder ab einer Gesamthöhe von mehr als 100 Metern in Deutschland nachts durch Lichtsignale gekennzeichnet werden müssen. Die blinkenden Lichter jedoch werden von Anwohnern häufig als störend empfunden, von einem „Disko–Effekt“ ist die Rede. Dabei ist die Beleuchtung die meiste Zeit gar nicht nötig, weil keine Luftfahrzeuge in der Nähe sind.
Der Bundesverband Windenergie (BWE) begrüßt die Reform. „Die Windbranche fordert gerade mit Blick auf die Akzeptanz neuer Anlagen seit Jahren die Möglichkeit, die roten Signallichter nur noch im Bedarfsfall anzuschalten“, sagte Verbandspräsident Hermann Albers dieser Zeitung. Mit der Neuregelung sei endlich Bewegung in das bereits 2018 definierte Ziel der „bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung“ gekommen. Gerade im dünn besiedelten Osten Deutschlands, wo viele Windkraftanlagen stehen, müssten diese 90 Prozent der Zeit nicht leuchten.
Lange Umrüstfrist
„Es ist gut, dass ein technologieneutraler Ansatz gewählt wurde, bei dem sich verschiedene technische Lösungen anschließend im Wettbewerb behaupten sollen“, so Albers weiter. Neben der Transponderlösung, bei der Flugzeuge mit Geräten ausgestattet werden, die mit Windrädern kommunizieren, könnten die Windkraftanlagen herannahende Flugobjekte auch über Radar oder Funk erkennen. Bis Juli 2021 haben Windparkbetreiber Zeit, ihre Anlagen nachzurüsten. Aus Sicht des BWE ist jedoch eine Verlängerung notwendig.
Auch der Grünen–Fraktions–vize Oliver Krischer begrüßt die gefundene Regelung als Baustein, „um die Akzeptanz der Windanlagen vor Ort zu fördern“. Jedoch sei noch mehr nötig, um die Energiewende zum Erfolg zu führen. „Ein wichtiger Schritt dabei wird in den nächsten Monaten die vereinbarte Verständigung auf ein Konzept sein, um Kommunen vom Ausbau der Windenergie profitieren lassen“, sagte Krischer. Eine Möglichkeit dafür wäre, Bürger und Kommunen an den Umsätzen der Windkraftanlagen zu beteiligen, wie etwa auch der SPD–Fraktionsvize Matthias Miersch kürzlich vorgeschlagen hat. Eine Arbeitsgruppe aus Bund und Ländern wird den Vorschlag nun prüfen.
