zu Donald Trump: Drohende Implosion im Weißen Haus

Peter DeThier
PrivatDas Scheitern des Gipfeltreffens mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un, der Auftritt des früheren Trump–Anwalts Michael Cohen vor dem Kongress und zuletzt Trumps weitschweifende Tirade auf einer Konferenz konservativer Politiker – alles zusammen führte zu der Frage: Kann es sein, dass dieser Präsident, bekannt für sein dünnes Nervenkostüm und seinen grenzenlosen Narzissmus, dem Stress des Jobs nicht mehr gewachsen ist und er irgendwann politisch implodiert?
Sieht man vom Erfolg der Demokraten bei der Wahl zum Repräsentantenhaus ab, dann hat der Präsident gerade die schlechteste Woche seiner Präsidentschaft hinter sich. Das Treffen mit Kim endete im einem Fiasko. Und selbst wenn Cohen ein Glaubwürdigkeitsproblem hat, konnte er viele seiner Anschuldigungen gegen den Präsidenten dokumentieren und brachte diesen damit zur Weißglut. Der Tiefpunkt wurde am Wochenende erreicht, als Trump in einer über zweistündigen Hetzrede vom Leder zog, fluchte, neue Verschwörungstheorien entwickelte und alte Lügen wiederholte. Selbstbeherrschung zählte noch nie zu Trumps Stärken. Doch erstmals entstand der Eindruck, als gerate er langsam aus den Fugen. Gründe hat er allemal.
Es kann durchaus sein, dass die Demokraten ein Impeachment einleiten und dafür die Mehrheit im Repräsentantenhaus erzielen – was aber nicht für eine Amtsenthebung reichen würde. Auch ist zu erwarten, dass sie die Freigabe seiner Steuererklärungen erzwingen wollen, was möglicherweise Trumps größte Angst ist. Zudem steht der Abschlussbericht des Sonderermittlers Robert Mueller aus. Die Nervosität ist berechtigt. Allein der Gedanke daran, wozu dieser unberechenbare Präsident fähig sein könnte, wenn er emotional abstürzt, sollte rund um den Globus Anlass zur Sorge sein.
