zu Entschädigungen bei Pauschalreisen: Urlauber haben keinen Grund zum Jubeln

Michael Gabel
Thomas Koehler/ photothek.netSchon deshalb nicht, weil die Mittel aus dem Sicherungssystem so gut wie aufgebraucht waren. Doch nachdem sich jetzt die Bundesregierung bereit erklärt hat, die Entschädigungszahlungen selbst zu übernehmen, sieht die Lage wieder besser aus. Nur: Ein Anlass zum Jubeln ist das nicht. Denn das, was dieses Manöver erst nötig machte, hätte niemals passieren dürfen.
Warnungen vor der unterdimensionierten Absicherung bei Insolvenzen gab es genug. Doch sie wurden ebenso ignoriert wie die Kritik, dass der von der EU verlangte „vollumfängliche Schutz“ der Pauschalreisenden mit den deutschen Haftungsgrenzen nicht zu erreichen sei. Beides rächt sich nun. Ärgerlich ist zudem, dass die Steuerzahler für eine Absicherung einstehen müssen, die Aufgabe der Reiseunternehmen und der Versicherer wäre. Dringend nötig wäre es deshalb, den Kunden von Pauschalreise-Anbietern zu sagen, wie man sie künftig besser vor Pleiten schützen will. Doch ein solcher Plan fehlt.
