zu EU-Regeln für Haushaltsgeräte: Reparieren statt kaufen

Michael Gabel
Thomas KoehlerInsofern ist es gut, dass die EU die Hersteller nun verpflichtet hat, Ersatzteile künftig länger vorrätig zu halten und sie schneller bereitzustellen. Denn eine Reparatur mag zwar teuer sein. Aber sie hat gegenüber einer Neuanschaffung zwei Vorteile: Meist kostet sie deutlich weniger, und sie schont die Umwelt.
Doch auch wenn die EU-Richtlinie in Kraft tritt, bleibt ein grundsätzliches Problem bestehen: Tests haben gezeigt, dass die neuen Produktgenerationen durchweg wesentlich kürzer halten als ihre Vorgänger. Die Stiftung Warentest ist sogar dem Verdacht nachgegangen, ob die Unternehmen vorsätzlich Schwachstellen in ihre Produkte eingebaut haben – hat aber bei keinem der untersuchten Erzeugnisse einen Beweis gefunden. Wahrscheinlich ist es einfach so, dass viele Hersteller im Preiskampf billige Teile einbauen, die dann nach einer gewissen Zeit zwangsläufig ihren Dienst quittieren.
Deshalb sollten sich Verbraucher beim Kauf von Haushaltsgeräten besser an den alten Spruch halten: „Ich habe gar nicht genug Geld, um billig einzukaufen.“ Das bedeutet: Lieber mal ein Schnäppchen links liegen lassen und stattdessen zum etwas teureren, dafür aber solide wirkenden Produkt greifen. Es muss ja nicht gleich der Designer-Kühlschrank für 17 000 Euro sein.
