zu Jacinda Ardern
: Den Terroristen keine Bühne

Der Attentäter von Christchurch will berühmt werden. Das sollten wir nicht zulassen.
Von
André Bochow
Berlin
Jetzt in der App anhören

André Bochow

Thomas Koehler/photothek.net

Nicht zuletzt ihre Weigerung, den Namen des Mörders von 50 Menschen zu nennen und die Aufforderung, stattdessen die der Opfer im Gedächtnis zu behalten, rüttelt auf. Denn wir alle kennen Namen wie Atta, Amri, Mundlos, Böhnhardt oder Brejvik — aber an ihre Opfer erinnern wir uns nur als Gesamtzahlen. 2753 Tote, 12, 10 und 77 Tote.

Im neuseeländischen Christchurch starb der 14–jährige Milne, weil er in einer Moschee betete. Khaled Mustafa hatte Bürgerkrieg und Völkermord in Syrien überlebt und glaubte sich in Neuseeland in Sicherheit. Der 71–jährige Haji Daoud Nabi, aus Afghanistan emigriert, rettete ein Menschenleben, als er sich in die Schusslinie warf. Und an Mucad soll man sich ebenfalls erinnern. Drei Jahre alt! Erschossen! Soll sein Mörder wirklich berühmt werden? Soll er einen Wikipedia–Eintrag bekommen und Rassisten als Vorbild dienen? Nachahmern? Die Umstände auch dieses Terroraktes müssen aufgeklärt und der Täter muss verurteilt werden. Vielleicht kann man ihn irgendwann resozialisieren. Nur seinen Namen, da hat Jacinda Ardern Recht, soll man vergessen.