zu Verkehrsmitteln: Auto ist am attraktivsten

Dorothee Torebko
MOZ/Josephin HartwigOder man kann im Stau stehen. 154 Stunden lang harrten die Berliner 2018 wartend in ihrem Auto aus. Kein anderer Verkehrsträger sorgt für so viel Zeitverlust wie das Auto. Dennoch klammern sich viele Pendler an das Gefährt. Das muss nicht so sein.
Sicherlich wird derzeit viel über die Bahn geschimpft, dennoch bietet sie eine gute Pünktlichkeitsquote. 80,1 Prozent der Fernzüge kamen 2018 nicht später als 15 Minuten an. Das bedeutet, theoretisch müssten die meisten Pendler nur eine Viertelstunde früher aufstehen, um pünktlich bei der Arbeit zu sein. Auch der Flugverkehr ist kein großer Zeitfresser: Gäste verlieren im Schnitt acht Stunden mit Warterei. Warum am Auto festhalten?
Ganz einfach: Alle anderen Verkehrsträger sind nicht attraktiv genug. Wer sich morgens und abends in die überfüllte U–Bahn quetscht, anstatt allein im Auto zu sitzen, dem vergeht die Lust auf den ÖPNV. Wer von seinem Haus nicht zum Bahnhof kommt, weil es keinen Bus gibt, steigt ins Auto. Es gilt also, attraktive Wege zu schaffen. Erst dann werden die Straßen freier und der Pendler entlastet.
