zum Jugendmedienschutz: Schutz vor Schmutz

Michael Gabel
MOZNur wissen die wenigsten Kinder und Jugendlichen, wie sie reagieren sollen, wenn sie solches Material zugesendet bekommen. Löschen? Klar, das machen viele. Aber dem Absender in der halböffentlichen Chatrunde Kontra geben? Oder eine Mitteilung mit abstoßendem Inhalt vielleicht sogar den Lehrern melden? Davor scheuen viele zurück, weil sie nicht als uncool gelten wollen. Mit der Konsequenz, dass sich der virtuelle Schmutz immer weiter ausbreitet.
Deshalb ist es gut, dass die Bundesregierung dem Treiben auf Messenger-Diensten wie WhatsApp nicht länger tatenlos zuschauen will. Ein Melde- und Beschwerdesystem, wie es Familienministerin Giffey anstrebt, könnte dazu beitragen, dass man die gesendeten Scheußlichkeiten nicht mehr einfach nur ertragen muss. Wenn es die SPD-Ministerin darüber hinaus noch schaffen sollte, die Messenger-Dienste zu einem funktionierenden Jugendschutz zu verpflichten, wäre das ebenfalls verdienstvoll.
Wichtiger als alle staatlichen Maßnahmen ist jedoch, dass Eltern und Lehrer im Blick behalten, was der Nachwuchs mit dem Smartphone so alles anstellt. Sie sollten deshalb mit den Kindern reden und ihnen zum Beispiel erklären, welche Inhalte strafbar sind und welche Auswirkungen Mobbing haben kann. Eltern sollten allerdings dem Wunsch widerstehen, totale Kontrolle über das Kommunikationsverhalten ihrer Söhne und Töchter auszuüben. Das würden diese den Erwachsenen zu Recht sehr übelnehmen. Und Schleichwege finden sie sowieso.
