zum Ökosiegel „Grüner Knopf“: Ein erster Schritt

Igor Steinle
Marc HörgerUnd dennoch: Weder werden bei der Zertifizierung für das Symbol alle Schritte in der Lieferkette überprüft, noch bedeutet der Knopf, dass den Arbeitern vernünftige Löhne gezahlt wurden. Denn die garantierten Mindestlöhne in den Produktionsländern reichen für eine menschenwürdige Existenz oft nicht aus.
Letztlich kann Müllers Knopf nur ein erster Schritt hin zu mehr Transparenz sein. Unternehmen sollten offenlegen müssen, wo sie welche Rohstoffe einkaufen und an welchen Standorten sie produzieren – und zwar nicht nur bei Textilien. Die Ausrede, dass das zu kompliziert sei, gilt nicht mehr. Die Digitalisierung hat hier längst Lösungen geschaffen. Mit transparenten Lieferketten könnten Verbraucher nachverfolgen, woher die Produkte kommen und ihre Entscheidung danach ausrichten. In den Entwicklungsländern könnte das echte Fortschritte bewirken.
