zum Syrienkonflikt: Terror-Krieg

André Bochow.
Thomas Koehler/ photothek.netAus der Region Idlib sind in den gerade zurückliegenden Monaten rund eine Million Menschen an die türkische Grenze geflüchtet – zu 80 Prozent Frauen und Kinder. Sie leben unter schlimmsten Bedingungen. Um das Unglück vollständig zu machen, ist die Welt gerade mit anderen Dingen beschäftigt als mit ihrem Schicksal.
Die Angriffe gehen auf das Konto des Assad-Regimes und seit 2015 auch auf das Konto Russlands. Ohne Moskau würde sich der Diktator von Damaskus nicht an der Macht halten können. Die Streumunition und die Bomber kommen aus Russland. Der Ruf, Putin zur Verantwortung zu ziehen, wird immer mal wieder laut – dann verhallt er wieder. Denn hinter solchen Forderungen steckt wenig. Die schwache und uneinige EU hat im Syrien-Krieg nichts aufzuweisen, außer Mahnungen an das Gewissen. Vielmehr muss sie hoffen, dass Russland als Ordnungsmacht die Lage in Syrien einigermaßen unter Kontrolle behält und dass vielleicht die Widersprüche zwischen Assad und Putin tiefer werden. Hoffen, zusehen, angesichts von Amnesty- oder UN-Berichten verzweifelt den Kopf schütteln und Angst vor Flüchtlingswellen – das sind die europäischen Optionen.