zum Urteil von Chemnitz: Der Fall Chemnitz: Lob der Zivilgesellschaft

André Bochow
Thomas Köhler/photothek.netDas Landgericht Chemnitz hat den Syrer Alaa S. der Tat für schuldig befunden und verurteilt. Juristisch ist der Fall nicht abgeschlossen. Der Verurteilte wird das Urteil überprüfen lassen. Das ist sein Recht, auch wenn das nicht alle so sehen.
Jenen, die den Tod eines Menschen für nationalistische und rassistische Hetze missbrauchen, wird das Urteil zu milde sein. Aber um das Recht geht es ihnen ohnehin nicht. Wer denkt, dass das eigene Volk in irgendeiner Weise mehr wert ist als andere Völker, dem ist auch die Gleichheit vor dem Gesetz egal.
Aber die Nationalisten und Verächter des Rechtsstaates sind in der Minderheit, auch in Chemnitz. In der aufgewühlten Stadt hat die Zivilgesellschaft immer wieder gezeigt, dass sie sich nicht das Leben von rechten Hooligans und Nazis zerstören lassen will. Dass das Bekenntnis zu Demokratie und Humanität in Deutschland tatsächlich Mut erfordert, ist besorgniserregend. Dass es immer wieder erneuert wird, ist dagegen großartig.