zum US-Botschafter
: Handelspolitik à la Trump

Dass sich der US-Botschafter an deutsche Firmen wendet, die sich an Nord Stream 2 beteiligen hat rein wirtschaftliche Gründe.
Von
Igor Steinle
Berlin
Jetzt in der App anhören

Igor Steinle

Thomas Koehler

Nun torpedieren die Amerikaner das Projekt über die geopolitische Schiene: Durch Nord Stream 2 würde die Ukraine an sicherheitspolitscher Bedeutung verlieren, was die Gefahr russischer Interventionen erhöhen würde. Auch dieses Argument wirkt bemüht, hat der Gas-Transit die Russen nicht davon abgehalten, Teile der Ukraine de facto abzuspalten.

Beide Argumente sind vorgeschoben. US-Botschafter Grenell geht es um Marktanteile amerikanischer Unternehmen. Sein Verhalten ist Ausdruck typisch trumpistischer Handelspolitik. Seit dem Fracking-Boom sind die USA vom Gasimporteur zum -exporteur aufgestiegen und drängen mit ihrem Produkt nun auf den Weltmarkt. Um dieses rein wirtschaftliche Interesse durchzusetzen ist man offensichtlich bereit, jegliche diplomatische Zurückhaltung aufzugeben. Deutschland sollte dem nicht nachgeben.