zur City-Maut: Löst keine Probleme

Dorothee Torebko
MMHDamit ist nicht nur das Problem mit den verstopften Straßen beseitigt, sondern auch Lärm und Abgase reduziert. Das ist die Idee hinter der City-Maut, die Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther nun für die Hauptstadt vorgeschlagen hat. In der Theorie klingt das gut, doch so leicht lassen sich die Probleme nicht lösen.
Das zeigt das Beispiel London, wo die Maut seit 2003 erhoben wird. Zwar nutzten wegen der Abgabe mehr Menschen den Öffentlichen Nahverkehr und stiegen aufs Rad. Doch es wurden weder weniger Abgase emittiert noch der Verkehr reduziert. Kurzfristige Erfolge wurden rasch durch das Wachstum der Stadt zunichte gemacht.
Ähnliches droht auch in Berlin. Denn viele Autofahrer haben gar nicht die Optionen umzusteigen. Die Park-and-Ride-Plätze in Städten wie Erkner sind überfüllt, die Regionalzüge von und nach Potsdam ebenso. Wer es in die U-Bahn schafft, wird von den Massen an Menschen nahezu zerquetscht. Vor allem Brandenburger Pendler, die auf das Auto angewiesen sind, werden unter den Zusatzkosten durch die Maut leiden. Deshalb gilt es, attraktive Umsteigemöglichkeiten zu schaffen. Erst dann macht eine City-Maut auch Sinn.
