zur Krise um den Iran
: Die israelische Frage

Der Konflikt zwischen Iran und den USA kann immer noch kontrolliert und eingedämmt werden. Die entscheidende Frage ist, ob Israel mit hineingezogen wird oder nicht.
Von
Guido Bohsem
Berlin
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Guido Bohsem

Thomas Koehler/photothek

Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran ist nicht erst durch die Tötung Ghassem Soleimanis entbrannt. Er hat seine Ursache auch nicht in den Terrorakten in Saudi–Arabien, dem Persischen Golf und in Irak, die ohne jeden Zweifel auf das Konto des Iran gehen. Nein, die beiden Staaten streiten spätestens seit der Entmachtung des Schahs durch die Mullahs um die Vorherrschaft in der Region.

Bislang waren beide Parteien klug genug, den Konflikt nicht eskalieren zu lassen, obwohl es dazu häufig Anlass gegeben hätte, etwa bei der 444–tägigen Geiselnahme in der US–Botschaft in Teheran. Dass sich das iranische Regime derzeit noch Zeit lässt mit seiner Antwort, spricht gegen eine planlose Eskalation.

Doch die Gefahr ist noch lange nicht gebannt. Sollte sich Teheran zu einer wie auch immer gearteten Attacke gegen Israel entschließen, stellt sich die Frage wieder neu. Denn der amtierende israelische Staatschef Netanjahu würde sicher nicht mit einer massiven Antwort zögern. Auch stellte sich dann die Frage eines Schulterschlusses für Europa und insbesondere die Bundesrepublik neu.