zur Lage der Linken
: Vorwahl-Sorgen

Die Linken verlieren ihren Status als Ostpartei, gewinnen aber im Westen nicht hinzu. Das führt zu großer Verunsicherung.
Von
André Bochow
Berlin
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André Bochow

Thomas Koehler

Das wurde durch den angekündigten Rückzug Sahra Wagenknechts von der Fraktionsspitze eher beschleunigt. Kein Wunder, dass nun auch die Linken mit Sorge auf die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen blicken. Weil für Wagenknecht immer noch keine Nachfolgerin zur Verfügung steht, die Parteichefin Kipping die Machtfrage in der Fraktion nicht für sich hätte entscheiden können  und vor allem weil innerparteilicher Streit ausnahmsweise unbedingt vermieden werden soll, wählen die Linken ihre Fraktionsspitze erst nach den Wahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen.

Man kann das feige nennen, aber angesichts der Lage, zu der inzwischen auch die mögliche vorgezogene Bundestagswahl gehört, ist es wohl eher klug, die Personaldebatte zu verschieben.

Es bleiben trotzdem viele Fragen, die die Linken längst nicht geklärt haben.  Viele in der Partei wollen nun endlich den Kapitalismus ernsthaft angreifen und stellen das Privateigentum, vor allem das an Grund und Boden, zur Disposition. Sicher ist, dass solche Positionen Bündnisse erheblich erschweren. Wie es die Linken mit der Migration oder mit  Europa halten, ist lange nicht so klar, wie sie vorgeben. Und wie sie verhindern, dass die AfD den Osten übernimmt, wissen die Linken bislang auch nicht.