zur Reform der Entwicklungshilfe
: Reform der deutschen Entwicklungshilfe

Minister Müller stellt die deutsche Entwicklungshilfe neu auf. Einige Staaten fallen von der Liste.
Von
André Bochow
Berlin
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André Bochow

Thomas Koehler/photothek.net

Zu hoffen ist, dass auch China endlich von der Liste verschwindet, auch wenn es sich bei der Hilfe für das mächtige Land vor allem um Kredite handelt, die nur vermittelt werden. Wenn die deutschen Entwicklungshilfebeiträge abgerechnet werden, sind die Kredite mit dabei.

Konzentration auf Länder, die der Zusammenarbeit bedürfen und die gleichzeitig Anstrengungen hinsichtlich guter Regierungsführung, Menschenrechte, Bildung, Gesundheit und Korruptionsbekämpfung unternehmen — so das schöne Ziel. Das Problem ist: Wenn man die Kriterien sehr ernst nimmt, dann bleiben nicht viele Länder übrig. Im Musterentwicklungsland Ruanda zum Beispiel ist es mit der Meinungsfreiheit nicht weit her. Dafür wird dort tatsächlich die Entwicklung vorangetrieben, und die Korruption ist fast verschwunden. Anderswo blüht die Korruption, aber die Presse ist frei. Es wird auch in Zukunft schwierige Abwägungen und schwer zu begründende Entscheidungen bei der Entwicklungszusammenarbeit geben.

Wenn tatsächlich das Wohl der Menschen in den Partnerländern im Vordergrund steht, ist es richtig, die Gießkanne wegzupacken. Es ist schon viel zu viel Entwicklungsgeld in die falschen Taschen geflossen. Und wenn von konzentrierter Zusammenarbeit deutsche Firmen profitieren, ist dagegen auch nichts einzuwenden. So lange das nicht zum eigentlichen entscheidenden Kriterium für Entwicklungszusammenarbeit wird.