zur Verantwortung von Unternehmen
: Geht nicht, gibt`s nicht

BDA-Chef Kramer will nicht, dass man die deutsche Wirtschaft zur Einhaltung von Menschenrechten zwingt.
Von
André Bochow
Berlin
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André Bochow

Thomas Koehler

Nichts hat sich  also geändert seit  den Tagen, als deutsche Firmen  mit dem Apartheid-Regime in Südafrika kollaborierten, oder als VW Mitarbeiter in Brasilien den Folterern der Militärdiktatur auslieferte.  Was hätte man dagegen schon tun können? So wenig wahrscheinlich wie gegen Menschenrechtsverletzungen in China heutzutage. Und was die direkte Produktion betrifft: Wenn es passt, dann gibt es auch im Ausland halbwegs anständige Löhne, Arbeitsschutz und betriebliche Mitbestimmung. Leider passt es selten. Mitbestimmung ist in den Produktionsländern oft gesetzlich nicht vorgesehen. Und was die Sklavenarbeit betrifft: Die Konkurrenz schläft nicht und wenn über seltene Rohstoffe ein Warlord gebietet, muss man sich eben arrangieren.

Wie aber wäre es, wenn man die Menschenrechte den Qualitätsstandards für die Produkte gleichsetzte? Niemand käme schließlich auf die Idee, Autos zu verkaufen, die nur deshalb nicht richtig fahren, weil es in der Lieferkette Fehler gegeben hat. Da funktioniert die Kontrolle bis zum kleinsten Zulieferer. Wer schlechte Qualität liefert, fliegt aus der Kette raus. Das ginge auch, wenn Menschenrechte verletzt werden. Anders als es BDA-Chef Ingo Kramer sagt, haben das auch deutsche Firmen durchaus in der Hand.