zur Waldbrand-Bekämpfung
: Eine nationale Aufgabe

Mehr als 1700 Waldbrände gab es im vergangenen Jahr in Deutschland, viermal so viele wie im Jahr zuvor.
Von
Michael Gabel
Berlin
Jetzt in der App anhören

Michael Gabel

MOZ

Als Auslöser reichen weggeworfene brennende Zigaretten oder die Funken einer Lokomotive und das Gras, das Gebüsch, die Bäume stehen im Nu in Flammen. Hinzu kommt, dass bei früheren Truppenübungsplätzen oft schon die ganz normale Sonneneinstrahlung genügt, um die im Boden zurückgelassene Munition zu entzünden. Zufall ist die Häufung der Großfeuer nicht, eher ein Anzeichen dafür, in welche gefährlichen Situationen uns der Klimawandel bringt. Deshalb wird es höchste Zeit, dass die Bundesregierung das Problem der Waldbrandbekämpfung in seiner wahren Dimension erkennt: als eine nationale Aufgabe.

So muss die große Koalition sicherstellen, dass Lösch-Hubschrauber flächendeckend zur Verfügung stehen, sind sie doch über munitionsverseuchtem Gelände ein unverzichtbares Hilfsmittel. Auch hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Schwesig Recht, wenn sie fordert, dass sich der Bund stärker an der Munitionsbeseitigung beteiligen soll – oder wollen wir uns wirklich daran gewöhnen, dass es auf verlassenen Übungsplätzen häufig brennt?

Dass sich der Staat mehr engagieren soll, bedeutet keineswegs, dass die einzelnen Feuerwehrleute nicht auch heute schon ihr Bestes geben. Aber sie könnten noch schneller und effizienter helfen, wenn sie mit moderneren Fahrzeugen und einer besseren Funkverbindung ausgestattet wären. Schnelles Handeln ist jetzt angesagt. Denn die Aufgaben werden in Zukunft gewiss nicht kleiner.