zur Zensierung: Eins ist nicht gleich Eins

André Bochow
Thomas KoehlerWas besonders ungerecht ist, wenn die Ansprüche für eine Abi–Eins von Bundesland zu Bundesland, von Schule zu Schule unterschiedlich sind. Aber genau auf diesem Gebiet wird es nie Gleichheit geben. Selbst wenn es ein bundesweit zentrales Abitur in allen Fächern geben würde, wovon Deutschland so weit weg ist wie ein Wolf vom Vegetarismus, würden die Abiturnoten keine gleichen Leistungen widerspiegeln. Denn in die Abiturnoten fließen zahlreiche Komponenten ein. Nicht zuletzt die ganz persönlichen Ansichten der Lehrer.
Nach wie vor spielen aber Durchschnittsnoten eine große Rolle. Sowohl beim Zugang zu Gymnasien als auch beim Eintritt ins Universitätsleben. Dagegen bleiben die eigentlichen Begabungen und die Persönlichkeiten der Bewerber viel zu häufig unbeachtet. Es geht dann immer nur um Noten – und zwar um alle –, nicht um Neugier, Ausprobieren und Wissen. Das ist das eigentliche Dilemma.