1. FC Union Berlin
: Bitterer Doppelschlag, Rot und Niederlage gegen Hoffenheim

Union Berlin verliert in der Fußball-Bundesliga gegen die TSG Hoffenheim. Diesmal patzen ausgerechnet die Routiniers im Team der Eisernen.
Von
Frank Noack
Berlin
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1.BL 1. FC Union - TSG Hoffenheim 2025/26: Fußball, Herren, Saison 2025/2026, 1. Bundesliga (2. Spieltag), 1. FC Union Berlin - TSG Hoffenheim, Andrej Kramaric (Hoffenheim), Jubel nach Tor zum 0:1, 13.09.2025, Foto: Sebastian Räppold / Matthias Koch

Lange Gesichter bei Union Berlin: Andrej Kramaric (TSG Hoffenheim) jubelt nach seinem Tor vom Elfmeterpunkt.

Sebastian Räppold/Matthias Koch
  • Union Berlin verliert 2:4 gegen Hoffenheim – bitterer Doppelschlag vor der Halbzeit.
  • Kramaric (45.+1) und Asllani (45.+3) treffen, später Rothe (Union) mit Tor und roter Karte.
  • Union mit acht Gegentoren in drei Spielen – Trainer Baumgart fordert mehr Torgefahr.
  • Ex-Spieler Grischa Prömel wird von Fans vor Spielstart herzlich gefeiert.
  • Hoffenheim nutzt Unions Fehler eiskalt, Lemperle verwandelt Elfmeter zum 4:2-Endstand.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der 1. FC Union Berlin sucht nach mehr Torgefahr in der Fußball-Bundesliga und kassiert neuerdings auch zu viele Gegentreffer. Die Eisernen verlieren die Heimpartie gegen die TSG Hoffenheim 2:4 (0:2) – nicht zuletzt wegen eines bitteren Doppelschlags der Gäste in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit. Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart musste damit in den ersten drei Saisonspielen bereits acht Gegentreffer hinnehmen.

Andrej Kramaric per Foulelfmeter (45.+1) und Fisnik Asllani (45.+3) schossen Hoffenheim in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit mit einem Doppelschlag in Führung. Ilyas Ansah verkürzte für Union (1:2/49.), ehe vor 21.732 Zuschauern im Stadion an der Alten Försterei erneut Asllani traf (51.). In der 71. Minute ließ Tom Rothe die Eisernen mit dem 2:3 noch einmal hoffen. Tim Lemperle per Foulstrafstoß sorgte für den 4:2-Endstand (82.). Außerdem sah Tom Rothe die Rote Karte.

Die Aufgabe für das zweite Heimspiel der Saison hatte Steffen Baumgart klar umrissen: Der Union-Trainer will mehr Torchancen und natürlich auch Treffer von seiner Mannschaft sehen. „Die Jungs arbeiten gut gegen den Ball. Aber wir haben es immer noch nicht geschafft, uns die Anzahl an Tormöglichkeiten zu erarbeiten, die wir haben wollen. Wir arbeiten daran, noch mehr den Weg nach vorn finden“, lautete die Ansage von Baumgart vor dem Hoffenheim-Spiel. Auch am Ende der vergangenen Saison standen nach 34 Spielen nur 35 Treffer zu Buche – lediglich zwei Teams schossen 2024/25 noch weniger Tore.

Union Berlin: Aufstiegsheld Grischa Prömel wird gefeiert

Vor dem Anpfiff gab es aber erst einmal einen Gänsehaut-Moment: Unions Aufstiegsheld Grischa Prömel wurde ein warmer Empfang der Berliner Fans zuteil. Neben dem obligatorischen „Fußballgott“ bei der Verlesung des Namens gab es auch Sprechchöre der Anhänger – derart warmherzig wurde schon lange kein ehemaliger Unioner im Stadion an der Alten Försterei mehr empfangen. Prömel gehörte zur Aufstiegsmannschaft der Saison 2018/19.

1. FC Union Berlin - TSG 1899 Hoffenheim: 13.09.2025, Berlin: Fußball: Bundesliga, 1. FC Union Berlin - TSG 1899 Hoffenheim, 3. Spieltag, An der Alten Försterei, Ilyas Ansah (1. FC Union Berlin) (M) gegen Robin Hranáč (1899 Hoffenheim) (r). Foto: Soeren Stache/dpa - WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. +++ dpa-Bildfunk +++

Ilyas Ansah (Union Berlin, Mitte) wird in diesem Zweikampf durch den Hoffenheimer Robin Hranáč attackiert.

Soeren Stache/dpa

Für mehr Durchschlagskraft sollte der neu formierte Sturm der Gastgeber sorgen. Neben Andrej Ilic kamen Ilyas Ansah und Oliver Burke erstmal in dieser Saison gemeinsam in der Startelf zum Einsatz. Baumgarts Plan war schnell erkennbar: Union überließ Hoffenheim zunächst den Ball und versuchte immer wieder, mit schnellem Umschaltspiel seine Sturmspitzen ins Spiel bringen. Das klappte zum ersten Mal in der 19. Minute geradezu mustergültig. Burke stürmte nach einem Pass von Rani Khedira auf und davon. Er umkurvte auch noch Oliver Baumann – auf der Linie rettete jedoch Bernardo für den schon geschlagenen TSG-Torhüter. In der Folgezeit wurden die Eisernen mutiger und erarbeiteten sich auch mehr Ballbesitz. Hoffenheim tat sich in dieser Phase schwer mit dem eigenen Offensivspiel.

Trotzdem kamen die Gäste kurz vor der Pause noch zur Zwei-Tore-Führung – dank der Mithilfe des FCU: Christopher Trimmel verlor am eigenen Strafraum den Ball leichtfertig an Bazoumana Touré, der dann von Leopold Querfeld umgerissen wurde. Andrej Kramaric traf vom Elfmeterpunkt (45.+1). Kurz danach stand Fisnik Asllani im Strafraum frei und erzielte per Kopf den 2:0-Halbzeitstand (45.+3).

Es ging auch nach dem Wechsel turbulent weiter: Nach einem Luftduell zwischen TSG-Torhüter Oliver Baumann und Ilyas Ansah war der Ball plötzlich frei – Ansah erzielte sein drittes Saisontor (2:1/49.). Kurz danach schlug erneut Fisnik Asllani zu und brachte Hoffenheim mit 3:1 in Führung (51.). Vorausgegangen war ein verunglückter Rettungsversuch von Rani Khedira – auch diesmal halfen die Gastgeber also kräftig mit.

Union rannte jetzt bedingungslos an und belohnte sich mit dem 2:3 durch Tom Rothe (71.). Der Innenverteidiger drosch die Kugel aus Nahdistanz unter die Latte. Als Tom Rothe dann aber Tim Lemperle im Strafraum umriss und die Rote Karte sah, war die Partie endgültig entschieden. Lemperle verwandelte sicher zum 4:2 (82.).

Das Fazit von Kapitän Christopher Trimmel: „Es lag heute einfach an den individuellen Sachen. Klar, Fehler passieren. Aber in der Häufung – noch dazu mit zwei Elfmetern – das darf uns nicht passieren. Vier Gegentreffer zu Hause sind definitiv zu viel. Offensiv waren zwar viele gute Aktionen dabei – aber die vier Gegentreffer tun weh.“