1. FC Union Berlin
: Comebacks gegen Schweinfurt – Polizei ermittelt nach rassistischem Vorfall

Union Berlin trifft auch gegen den 1. FC Schweinfurt nicht ins Netz. Beim Comeback zweier Spieler gab es auf der Tribüne einen Vorfall, den der Verein scharf verurteilt.
Von
Matthias Koch
Herzogenaurach
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Testspiel 1. FC Union - 1. FC Schweinfurt 05 in Herzogenaurach 2025/2026: Fußball, Herren, Saison 2025/26, Testspiel in Herzogenaurach im Adi-Dassler-Stadion, 1. FC Union Berlin - 1. FC Schweinfurt 05, v. l. Aljoscha Kemlein (1. FC Union Berlin) und Woo-Yeong Jeong (Wooyeong, 1. FC Union Berlin) gaben ihr Comeback, 29.07. 2025, Foto: Matthias Koch

Aljoscha Kemlein (links) und Woo-Yeong Jeong (rechts) gaben ihr Comeback im Trainingslager des 1. FC Union Berlin. Einen unschönen Vorfall gab es dabei auf der Tribüne.

Matthias Koch
  • Union Berlin verliert 0:1 gegen Schweinfurt – Torflaute setzt sich fort.
  • Spieler Kemlein und Jeong feiern Comeback nach Verletzungspause.
  • Rassistischer Zwischenfall im Zuschauerbereich – Verein verurteilt Vorfall scharf.
  • Polizei ermittelt gegen mutmaßlichen Täter, Anzeige wurde erstattet.
  • Nächstes Testspiel am 2. August gegen Espanyol Barcelona in Berlin.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Mit der App Futbology dokumentieren vor allem die Groundhopper unter den Fußball-Fans ihre Stadionbesuche. Die meisten Check-ins am Dienstag (108) wurden für das Testspiel des 1. FC Union Berlin gegen den 1. FC Schweinfurt 05 im Adi-Dassler-Stadion angezeigt. Diesen Stadionpunkt hat nicht jeder!

Ein Zuschauer im Union-Bereich hatte sich freilich keinen Lorbeer verdient. Er fiel mit mutmaßlich rassistischen Zwischenrufen in Richtung der beiden dunkelhäutigen Schweinfurter Spieler Michael Dellinger und Uche Obiogumu sowie Schiedsrichter Felix Wagner auf.

Das bekam nicht jeder Besucher mit. Nach dem Spiel kümmerte sich die Polizei um den vermeintlichen Täter. Es wurde Anzeige erstattet.

Die Polizei teilte dazu mit, dass ein Ermittlungsverfahren wegen verhetzender Beleidigung gegen einen 44-Jährigen eingeleitet worden sei. „Während des Fußballspiels rief ein Union-Anhänger nach zwei Foul-Situationen deutlich hörbar die Worte ‚schwarze Sau‘ in Richtung der Protagonisten auf dem Platz“, heißt es im Polizeibericht.

Union-Präsident Dirk Zingler ist zwar seit Samstag nicht mehr vor Ort. Aber zeitnah nach dem Abpfiff gab Union seine Reaktion an die Medien weiter. „Rassisten sind Idioten – auch wenn sie Union-Trikots tragen. Wer Menschen herabwürdigt, hat bei uns keinen Platz“, wurde Zingler zitiert. „Wer damit ein Problem hat, soll gehen. Union steht für Zusammenhalt, nicht für Hass.“

Während des Fußballspiels rief ein Union-Anhänger nach zwei Foul-Situationen deutlich hörbar die Worte „schwarze Sau“ in Richtung der Protagonisten auf dem Platz. Diese Äußerungen wurden wahrgenommen und der Polizei gemeldet.

Beamte der Polizeiinspektion Herzogenaurach sprachen den 44-jährigen Beschuldigten nach dem Spiel an, stellten seine Personalien fest und führten erste ermittlungsrelevante Maßnahmen durch. Im Ergebnis leiteten sie ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der verhetzenden Beleidigung gem. § 192 a StGB ein.

Wegen solcher Vorfälle und der anhaltenden Sorge von Adidas vor Verunreinigung ihrer Sportstätten sind öffentliche Vereinsvergleiche auf dem umzäunten Gelände des Sportartikel-Herstellers Adidas äußerst selten.

Verbrieft sind nur die Testspiele zwischen dem FSV Erlangen-Bruck und Bayern München (2017/1:9), zwischen Ajax Amsterdam und der SpVgg Unterhaching (2023/5:3) und der Frauen von Bayern München und Manchester United (2023/3:2).

Torflaute bei Union Berlin

Die „Schnüdel“, wie die Schweinfurter genannt werden, siegten nicht unverdient. Schon vor dem späten Siegtreffer per Elfmeter von Martin Thomann in der 81. Minuten verhinderten zwei Glanzparaden von Torwart Yannic Stein einen früheren Rückstand nach der Pause. „Es waren zwei, drei Möglichkeiten zu viel für den Gegner. Und bei den Chancen, die wir hatten, waren nicht konsequent“, monierte Trainer Steffen Baumgart. Der 53-Jährige nahm die Niederlage ein Stück weit in Kauf. Am Sonntag und Montag hatte das Team jeweils zweimal in Herzogenaurach trainiert. Hinzu kam auch am Dienstagvormittag eine Einheit.

Eine erneute Trefferflut blieb am Dienstag aus. Nach der 0:1-Niederlage von Union Berlin gegen den Drittliga-Aufsteiger aus Schweinfurt setzte sich beim Bundesligisten die jüngste Torflaute fort. Das 1:1 bei Rapid Wien ließ sich noch positiv einpreisen. Aber schon beim 0:1 am vergangenen Sonnabend bei Greuther Fürth waren die Offensivprobleme offensichtlich.

Zwangsläufig musste Tom Rothe schon vor der Pause für den später nach Hüftproblemen Entwarnung gebenden Diogo Leite in der linken Innenverteidigung ran. Im zweiten Durchgang nahm Baumgart zwölf Wechsel vor. Einige Profis spielten auf nicht angestammten Positionen. Immerhin kamen Offensivmann Woo-Yeong Jeong und Mittelfeldmann Aljoscha Kemlein nach monatelangen verletzungsbedingten Ausfällen zum umjubelten Comeback. „Das hatten wir erst einiges später geplant. Aber weil die Trainingseinheiten von ihnen sehr gut waren, haben wir uns dafür entschieden“, so Baumgart.

Kürzer mussten der blass bleibende Oliver Burke und Eigengewächs David Preu zuletzt aussetzen. Aber auch sie konnten endlich wieder Minuten sammeln. Das nächste Testspiel findet am Sonnabend (2. August, 15.30 Uhr) einen Tag nach der Rückkehr nah Berlin im Stadion An der Alten Försterei gegen Espanyol Barcelona statt.

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