Conference League
: Union Berlin - Prager Cleverness bremst die Eisernen in Europa aus

Es war knapp, aber dem 1. FC Union Berlin fehlte  am Ende ein Tor, um sein Europa-Abenteuer weiterzuführen. Die Eisernen trennten sich in der Conference League 1:1 von Slavia Prag und schieden aus.
Von
Uwe Wuttke
Berlin
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Immeer in Bedrängnis: Torjäger Taiwo Awoniyi (links) vom 1. FC Union Berlin kämpft gegen Taras Kacharaba von Slavia Prag um den Ball.

Andreas Gora

So ist die Lage bei Union Berlin nach dem Spiel gegen Slavia Prag

Die Fans jubelten nach dem Abpfiff ihrem Team wie immer zu, aber trotz eines Kraftaktes hat der 1. FC Union Berlin die Play-offs in der Conference League am 17. und 24. Februar gegen einen Gruppendritten der Europa League um den Einzug ins Achtelfinale verpasst. Durch das 1:1 gegen Slavia Prag schafften die Köpenicker nicht den Sprung an den Tschechen vorbei auf Platz 2 in der Gruppe E hinter Staffelsieger Feyenoord Rotterdam. Damit ist das europäische Abenteuer ist für die Hauptstädter beendet. Die Partie sahen nur 5000 Zuschauer, darunter 250 in den Slavia-Fangruppen ausgeloste glückliche Ticketinhaber aus Prag, die aufgrund der 2-G-Regel länger als sonst benötigten, um ins wie immer bei Spielen in Europa im Union-Rot erstrahlenden Berliner Olympiastadion zu gelangen.

Union Berlin gegen Slavia Prag – das Endspiel

„Als Sportler ist man natürlich immer enttäuscht, wenn man nicht weiterkommt. Aber es wäre kein Riesen-Rückschlag, man muss ja auch sehen, wo Union herkommt“, sagte Union-Verteidiger Timo Baumgartl vor der Partie. Sportliches Lehrgeld wie im Hinspiel (1:3) wollen die Berliner allerdings diesmal nicht bezahlen. die Kulisse ist angesichts der Pandemie-Situation mit 5000 Fans im weiten Rund natürlich eher dürftig. Doch diese Anhänger versuchten auf der Gegengerade schon lange vor dem Spiel für Stimmung zu sorgen. Ein Endspiel im eigentlichen Sinne war die letzte Gruppenpartie natürlich nicht. Aber nur bei einem Sieg kommt Union in die K.o.-Playoffs im Februar

Union Berlin gegen Slavia Prag – so fielen die Tore

0:1 Ivan Schranz (50.)

Nach einem unnötigen Ballverlust von Timo Baumgartl kommt der Ball zum Schützen , der diesen humorlos aus 15 Metern ins linke obere Toreck jagt.

1:1 Max Kruse (64.)

Der Mann mit der Nummer 10 nimmt den Ball nach einem Abpraller aus der Slavia-Defensive auf und schießt aus elf Metern an Freud und Feind vorbei ins Tor.

So ging Union Berlin in das Spiel gegen Slavia Prag

Wie zuletzt .beim 2:1-Erfolg in der Bundesliga setzte Trainer Urs Fischer auf Offensive. Sheraldo Becker, Taiwo Awoniyi und Max Kruse, der erstmals in einem Heimspiel in der Conference League für Union auflief, weil er gegen Kuopion PS (0:0) und Maccabi Haifa (3:0) geschont wurde und gegen Feyenoord Rotterdam (1:2) verletzt fehlte, bildeten erneut den Drei-Mann-Angriff. Im Tor dagegen rotierte Fischer. Für Stammkraft Andreas Luthe, der gegen Leipzig patzte, stand sein dänischer Vertreter Frederik Rönnow zwischen den Pfosten. Und Kapitän Christopher Trimmel. kehrte nach seiner Pause gegen Leipzig für Julian Ryerson als rechter Verteidiger in die Startelf zurück.

So lief das Spiel Union Berlin gegen Slavia Prag

Angesichts der Ausgangssituation versuchten die Unioner, angetrieben von den Fans, sofort Richtung Tor zu marschieren. Doch zunächst kamen die Pässe und Flanken vor allem von Becker auf dem aufgetauten, aber seifig wirkenden Rasen zu selten bei Torjäger Taiwo Awoniyi an. Das lag auch an der aufmerksamen Defensive der Gäste, die selbst auf Umschaltmomente lauerten. So zog sich nach einer Viertelstunde Max Kruse, der nach gut 20 Minuten mit einem abgefälschten Schuss ein wenig Gefahr verströmte, immer weiter ins Mittelfeld zurück, um dem Spiel der Gastgeber mehr Struktur zu geben. Doch hinter die Abwehrkette kamen sie zu selten. Nach einer halben Stunde wurde es turbulenter, als Unions Becker für einen Ellbogenschlag gegen den schon Maske tragenden Dndrej Lingr Gelb sah und kurz darauf Tomas Holes aus elf Metern nur die Latte des Berliner Tores traf (34.).

Auch in der zweiten Hälfte erwischten die Berliner den besseren Start, doch Baumgartl scheiterte an Torwart Ales Mandous und sorgte dann wenig später für den vorentscheidenden Ballverlust. Danach waren die Köpenicker im Charlottenburger Rund erst einmal geschockt, doch Slavias Stürmer Dorley traf nur den Pfosten (55.). Doch Union fingt sich und zeigte eisernen Willen. Kruses Ausgleichstreffer war ein deutlicher Beleg. Nun war Feuer in der Partie und die Unioner drückten auf den Siegtreffer, mussten dabei aber immer auf Konter der Prager gefasst sein und verpassten letztlich den erlösenden zweiten Treffer. Auch Torwart Rönnow scheiterte mit einem Kopfball in der Nachspielzeit.

Union Berlin gegen Slavia Prag – die Statistik

Union Berlin – Slavia Prag 1:1 (0:0)

Union Berlin: Rönnow - Friedrich, Knoche, Baumgartl - Trimmel (69. Ryerson), Khedira (69. Haraguchi), Prömel, Gießelmann - S. Becker (74. Voglsammer, Awoniyi (69. Behrens), Kruse

Slavia Prag: Mandous - Masopust, Ousou, Katscharaba - Bah (74. Ekbai), Samek (79. Traore), Holes, Lingr (74. Stanciu), Dorley - Schranz, Olayinka (87. Plavsic)

Tore: 0:1 Schranz (50.), 1:1 Kruse (64.) - Schiedsrichter: Obrenovic (Slowenien) - Gelbe Karten: Becker, Awoniyi - Bah, Ousou - Zuschauer: 5000

Die Stimmen zur Partie Union Berlin gegen Slavia Prag

Marvin Friedrich (1. FC Union Berlin): „Wir wollten unbedingt weiterkommen. Aber ich denke, dass es zu wenig war. Prag hatte nicht viele Chancen, war aber eiskalt in der zweiten Hälfte. Wir haben zu schnell den langen Ball gesucht, hätten konsequenter über die Außen spielen sollen.

Max Kruse (1. FC Union Berlin): „Insgesamt war es zu wenig. Wir haben zu wenig versucht, spielerische Lösungen zu finden. Wir haben versucht, auf den zweiten Ball zu gehen, wie wir das gegen Leipzig gut gemacht haben. Aber das war heute ein anderes Spiel. Wir sind auf das 2:1 gegangen. Es hat nur nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben. Da hat es am Ende diesmal nicht gereicht.

Urs Fischer (Trainer 1. FC Union Berlin): „Ich glaube die erste Hälfte war von unserer Seite sehr kontrolliert, aber die Umschaltmomente musst du besser zu Ende spielen. Es war ein ausgeglichenes Spiel d. Das 1:0 hat unser wehgetan, Da brauchten wir Zeit. Nach dem Ausgleich haben wir zu schnelle die Brechstange rausgeholt. Aber ein tolle Erfahrung für die Jungs Das Ganze haben wir nicht so schnell gemacht, auch wenn es sich heute sehr schmerzhaft anfühlt.“

Lukas Masupost (Slavia Prag): „Die Partie lief so, wie wir uns das vorestellt haben. Die Bälle sind hinter unsere Abwehrlinie geflogen, aber das haben wir gut verteidigt. Der Ausgleich ist zwar nach unserer Führung zu schnell gefallen, Aber wir haben das Ergebnis diszipliniert verteidigt.“

Jindrich Trpisovsky (Trainer Slavia Prag): „Es war ein sehr intensives und anstrengendes Spiel. Ich bin froh, dass wir das Weiterkommen gegen einen starken Gegner geschafft haben. Ich glaube, es war verdient, denn wir haben die Partie unter schwierigen Bedingungen nur nicht rechtzeitig entschieden.

So geht es für Union Berlin weiter

Am Sonntag spielt Union Berlin in der Bundesliga beim Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth (15.30 Uhr). Vom Aufsteiger aus Franken kam vor der Saison Innenverteidiger Paul Jaeckel in die Alte Försterei. Der Eisenhüttenstädter fiebert der Partie bei seinem Ex-Club bereits entgegen.