Bundesliga
: Hertha holt verdienten Punkt in Leipzig

Am 28. Spieltag der Fußball-Bundesliga trennen sich Hertha BSC und RB Leipzig mit 2:2.
Von
Lukas Grybowski
Leipzig
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Herthas Jordan Torunarigha ist vor Leipzigs Timo Werner am Ball.

Alexander Hassenstein/dpa

Die Ausgangslage:Nach zwei deutlichen Siegen nach dem Re-Start der Bundesliga reiste Hertha BSC mit ordentlich Selbstvertrauen im Gepäck zum Tabellendritten RB Leipzig. „Wir haben wichtige Punkte geholt, aber sollten die Bodenhaftung behalten“, mahnte Trainer Bruno Labbadia vor dem Spiel. Aber dennoch: Mit einem Sieg könnte sich die Hertha aller Abstiegssorgen entledigen und sogar noch Richtung Europäisches Geschäft gucken. Ein Wunder, wenn man an die bisher turbulente Saison denkt. Doch auch RB Leipzig brauchte dringend einen Sieg, um mit Borussia Dortmund auf Tabellenplatz 2 gleichzuziehen.

Startelf und Taktik: Bruno Labbadia vertraute der gleichen Elf, die auch den 4:0-Derbysieg gegen den 1. FC Union Berlin holte.Wie schon nach dem Derby betonte Labbadia, wie wichtig ihm die Flexibilität seiner Mittelfeldspieler ist. So sollten Darida, Cunha und Lukebakio hinter dem formstarken Ibisevic wieder viel rotieren und Unordnung in Leipziger Spiel bringen. Bei den Sachsen fiel Youssuf Poulsen verletzt aus. Für ihn rückte Patrik Schick in die Startelf.Außerdem rückte kurzfristig Tyler Adams für Kevin Kampl in die Startelf.

So verlief das Spiel: Dabei erwischte die Hertha einen absoluten Traumstart ins Spiel. Wie schon ging Union führte eine Ecke von Marvin Plattenhardt zu einem Tor. Nach neun Minuten kam Marko Grujic vollkommen unbedrängt an den Ball und besorgte die Führung für die Hertha. Doch direkt nach dieser Aktion musste Plattenhardt ausgewechselt werden, nachdem er bereits nach fünf Minuten mit Tyler Adams mit dem Kopf zusammengeprallt war.

Hertha zog sich anschließend jedoch nicht zurück und blieb weiterhin sehr bissig in den Zweikämpfen. Leipzig schaffte es in den ersten 20 Minuten nicht, in die gefährlichen Räume bei den Berlinern zu kommen. Doch ausgerechnet Torschütze Grujic war nach einer Leipziger Ecke nicht wach genug und ließ Lukas Klostermann nach 24 Minuten unbedrängt zum Kopfball kommen, der den Ausgleich erzielte.

Wirklich gefährliche Torchancen gab es bis zur Halbzeit auf beiden Seiten nicht mehr. Lediglich Ibisevic verzog nach einem schönen Angriff relativ deutlich.

Nach der Pause blieben die Berliner bei ihrer mutigen Ausrichtung und liefen die Leipziger bei Ballbesitz immer wieder früh an. Wirklich gefährliche Torchancen konnte aber auch nach 60 Minuten keiner der beiden Mannschaften erspielen. Vor allem Leipzigs Timo Werner (24 Tore) war bei Herthas Dedryck Boyata und Jordan Torunarigha gut aufgehoben und kam nur selten zur Entfaltung.

In einer Phase, in der Leipzig mehr Spielkontrolle übernahm, schwächte Marcel Halstenberg sein Team. Für wiederholtes Foulspiel sah er nach 62 Minuten die Gelb-Rote-Karte. Doch nur fünf Minuten später beschenkte Herthas Schlussmann Rune Jarstein die Leipziger. Einen harmlosen Schuss von Patrik Schick schaufelte er sich beim Nachfassen unglücklich selbst ins Tor.

Mit Piatek und Ngankam probierte Hertha in den letzten Minuten nochmal alles und wurde für eine gute Leistung belohnt. Ex-Leipziger Cunha wurde im Strafraum von den Beinen geholt und Piatek verwandelte den Elfmeter.

Spieler im Blickpunkt:Derbysieg, Geburt des ersten Kindes, vier Tore und den letzten sechs Spielen und nun am 21. Geburtstag das Duell mit dem Ex-Club – Herthas Matheus Cunha hat turbulente Tage hinter sich. Im Spiel hatte er bereits in den ersten Minuten einige gute Aktionen und forderte immer wieder den Ball, tauchte im Verlauf der ersten Halbzeit jedoch ab. Auch im zweiten Durchgang konnte er nicht für viel Gefahr sorgen, bis zur 80. Minute, als er clever einen Elfmeter herausholte.

Statistik:

Leipzig: Gulacsi - Laimer, Klostermann, Upamecano, Halstenberg, Sabitzer, Kampl , Dani Olmo (58. Lookman), Nkunku (66. Angelino), Schick (Orban), Timo Werner (79. Wolff)

Hertha BSC: Jarstein - Pekarik, Boyata, Torunarigha, Plattenhardt (11. Mittelstädt) , Grujic, Skjelbred (77.Maier), Lukebakio (71. Dilrosun), Darida (71. Piatek), Cunha, Ibisevic (78. Ngankam)

Tore: 0:1 Grujic (10.), 1:1 Klostermann (24.), 2:1 Schick (68.), 2:2 Piatek (81.)

Besondere Vorkommnisse: Gelb-Rote-Karte: 63. Halstenberg (Leipzig)

Schiedsrichter:Bastian Dankert (Rostock)

Stimmen:

Maximilian Mittelstädt (Hertha BSC): „Wir sind zufrieden mit dem Spiel. Nach dem unglücklichen Gegentor kommen wir gut zurück. Das zeigt auch die Moral, die wir haben.“

So geht’s weiter:Hertha empfängt am Sonnabend um 15.30 Uhr im Olympiastadion den FC Augsburg. Leipzig spielt erst am Montagabend beim FC Köln.