Bundesliga: Hertha lässt Torgefahr vermissen

Lieferten sich viele harte Duelle: Schalkes Amine Harit (links) und Herthas Marko Grujic
Andreas Gora/dpaDie Ausgangslage: Noch am letzten Tag der Transferfensters, das am Freitag um 18 Uhr schloss, wirbelte Hertha BSC den Kader mächtig durcheinander. Mit Krzysztof Piatek und Mateus Cunha kamen zwei neue Stürmer, während Davie Selke für zwei Jahre nach Bremen ausgeliehen wurde. Nach dem 2:1-Auswärtssieg in Wolfsburg vergangene Wochen wollten die Berliner gegen Schalke den zweiten Sieg in Folge feiern. Mit drei Punkten könnte die Hertha zumindest für eine Nacht bis auf Platz 9 springen. Für Schalke geht es nach dem 0:5-Debakel in München vergangenen Woche um Wiedergutmachung.
Startelf und Taktik: Im Vergleich zum Spiel in Wolfsburg tauschte Klinsmann auf einer Positionen. Für Niklas Stark rückte Dedryck Boyata wieder in die Innenverteidigung neben Jordan Torunarigha. Ansonsten vertraute Jürgen Klinsmann wieder auf die gleiche Elf wie in Wolfsburg. Im 4-2-3-1-System bildete Dodi Lukebakio die einzige Spitze. Hinter ihm spielt Marko Grujic, der von Javairo Delrosun und Marius Wolf flankiert wurde.
So verlief das Spiel: Hertha begann sehr verhalten, überließ Schalke den Ball und erwartete die Gäste erst auf Höhe der Mittellinie. Die ersten 15 Minuten verliefen sehr ereignisarm. Schalke versuchte immer wieder mit hohen Bällen ins letzte Drittel zu kommen, doch die landeten meistens im Aus. Herthas Offensivspiel war nicht existent.
Erst nach gut 20 Minuten nahm das Spiel etwas an Fahrt auf, denn nun versuchten die Berliner mit mehr Dynamik in die Schalker Hälfte zu kommen. Doch in der Folgezeit fehlten beiden Teams die zündenden Ideen und die nötige Präzision im letzten Drittel. Hertha versucht es oft über Flanken von der linken Seite, die jedoch meist im Aus landen oder für Schalkes Defensive einfach zu verteidigen, da mit Lukebakio meist nur ein Abnehmer im Strafraum steht.
Nach dem Seitenwechsel dauert es nur fünf Minuten bis zum ersten Aufreger. Dilrosun will im Strafraum an Kabak vorbei, der ein wenig zu heftig mit den Armen arbeitete und den Niederländer am Fuß trifft. Der Hertha-Angreifer kommt zu Fall und fordert einen Strafstoß, doch Schiri Stegemann ließ nach kurzer Rücksprache mit dem Videoschiedsrichter weiterspielen.
Auf der anderen Seite wurde es gefährlich, nachdem Boyata den Ball zu Torhüter Jarstein spielen wollte und Schalkes Angreifer Raman übersah. Doch der Winkel für einen Schuss des Stürmers war zu spitz und Jarstein konnte den Ball parieren.
Nach 60 Minuten tauschte Klinsmann doppelt und brachte Arne Maier und unter lautem Beifall der Fans Krzysztof Piatek. Der Pole rückte in die Sturmspitze und Lukebakio übernahm die Position von Wolf im rechten Mittelfeld. Hertha wurde offensiv besser und kam vermehrt zu Abschlüssen, die jedoch alle übers Tor gingen. Auf der Gegenseite hätte Gregoritsch Schalke in Führung bringen können, doch sein Kopfball ging nur Zentimer am Tor vorbei.
Hertha steigerte sich in der zweiten Halbzeit enorm, ließ jedoch wieder die nötige offensive Kreativität vermissen.
Statistik:Hertha BSC: Jarstein – Klünter, Torunarigha, Boyata, Mittelstädt, Ascacibar, Skjelbred, Wolf (60. Piatek), Grujic (60. Maier), Dilrosun, Lukebakio
Schalke 04: Nübel – Oczipka, Nastasic, Kabak, Caliguri, Mascarell, McKennie (90. Todibo), Serdar (77. Schöpf), Harit, Gregoritsch, Raman (90. Matondo)
Tore: keine
Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 47 863
So geht’s weiter: Bereits am Dienstag treffen beide Teams im DFB-Pokal in Gelsenkirchen wieder aufeinander. Kommenden Sonnabend empfängt Hertha Mainz 05 und Schalke hat Paderborn zu Gast.