Bundesliga
: Hertha siegt unter Labbadia erneut

Am 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga schlägt Hertha BSC den FC Augsburg durch Tore von Dilrosun und Piatek mit 2:0.
Von
Lukas Grybowski
Berlin
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Herthas Vladimir Darida ist vor Rani Khedira am Ball.

Hannibal Hanschke/dpa

Die Ausgangslage:Vor der Partie erklärte Herthas Trainer Bruno Labbadia, dass die sieben Punkte aus den vergangenen drei Spielen seit dem Re-Start der Fußball-Bundesliga bitter nötig waren. So hat die Hertha einen großen Schritt aus dem Tabellenkeller gemacht, dennoch erklärte der Trainer ebenso, dass niemand abheben werde. Acht Punkte Vorsprung hat die Hertha auf Relegationsplatz 16 und liegt sogar nur fünf Punkte hinter Platz 7, der zur Teilnahme am europäischen Geschäft berechtigen würde. Es würde der chaotischen Saison der Berliner nur die Krone aufsetzen, wenn sie es noch in die Europa League schaffen würden. Doch den Spekulationen schon Herthas Manager Michael Preetz zunächst einen Riegel vor. „Wir freuen uns über diese sieben Punkte, eine außergewöhnlich gute Punktzahl. „Aber wir sind immer noch nicht durch. Wir sind gut beraten, schön einen Schritt nach dem anderen zu gehen“. Doch auch der FC Augsburg machte in den vergangenen Spielen (3:0-Sieg auf Schalke, 0:0 gegen Paderborn) einen guten Eindruck. „Sie sind unangenehm zu spielen“, sagte Herthas Manager Michael Preetz vor der Partie.

Startelf und Taktik:

Bruno Labbadia tauschte trotz der Belastung einer Englischen Woche nur zwei Mal und auch nur verletzungsbedingt, da Marvin Plattenhardt und Matheus Cunha mit einer leichten Gehirnerschütterung ausfielen, rückten Dilrosun und Maxi Mittelstädt, der nach einem Pferdekuss rechtzeitig fit wurde, in die Startelf. Trotz seines Treffers zum 2:2-Ausgleich in Leipzig saß Krzysztof wieder nur auf der Bank. Dilrosun ist in Eins-gegen-Eins-Duellen ähnlich trickreich wie Cunha, kam jedoch bisher immer über die Außenbahn. Es war also spannend zu beobachten, wie er die Rolle ausfüllte.Durch die Ausfälle von Plattenhardt und Cunha rückten Matthew Leckie und der gebürtige Bernauer (Barnim) Luca Netz in den Kader.

So verlief das Spiel:

In den ersten 15 Minuten war es das erwartete Spiel. Hertha mit mehr Ballbesitz (65 Prozent), aber ohne klare Offensivaktionen und Augsburgs lauernd auf Ballgewinne, um dann schnell umzuschalten.

Doch es war auch zu sehen, dass das Spiel ohne Matheus Cunha ein anderes ist. Dilrosun und Lukebakio hielten ihre Seiten, Darida blieb im Zentrum. Hertha fehlt im letzten Drittel des Spielfeldes die nötige Präzision.

Mit dem ersten gut strukturierten Angriff der Partie ging die Hertha auch direkt in Führung. Nach einer Pekarik-Flanke scheiterte zunächst Ibisevic, doch Dilrosun setzte gut nach, ließ einen Augsburger Verteidiger clever aussteigen und verwandelte eiskalt. Ibisevic hätte nur zwei Minuten später nachlegen können, doch er traf den Ball nicht richtig. Kurz vor der Pause war Ibisevic nach Flanken erneut nah an seinem sechsten Saisontreffer, doch Augsburgs Schlussmann Luthe zu verhinderte eine höhere Führung der Hertha.

Nach dem Seitenwechsel kam der FC Augsburg besser ins Spiel und hatte seinen ersten gefährlichen Abschluss durch Sarenren Bazee. Hertha schaffte es in den ersten 15 Minuten des zweiten Durchgangs nur selten für Entlastung zu sorgen. Einige Spielern merkte man die mangelnde Frische an, die Laufbereitschaft fehlte, um den Ball mal über mehrere Stationen laufen zu lassen.Der FC Augsburgs hatte nun fiel mehr Spielanteile, während der Hertha die Leichtigkeit fehlte.

Labbadia wechselte zwar mit Arne Maier, Matthew Leckie und Krzysztof Piatek drei frische Kräfte für das Mittelfeld und den Angriff ein, doch der Hertha fehlte weiterhin die Tiefe im Offensivspiel. Fünf Minuten vor dem Ende hatten die Berliner erneut Glück, dass Augsburgs Teigl beim Schussversuch ausrutschte und der Ball knapp am Tor vorbei kullerte. Nur kurze Zeit später hatten die Berliner noch mehr Glück als Marco Richter mit einem schönen Distanzschuss nur die Latte traf.

In der Nachspielzeit nutzten die Berliner einen Ballverlust im Augsburger Angriff, die nun alles nach vorn warfen und Piatek besorgte das 2:0.

Statistik:

Hertha BSC: Jarstein – Mittelstädt, Boyata, Torunarigha, Pekarik, Grujic, Skjelbred (58. Maier), Darida, Lukebakio (64. Leckie), Dilrosun (90. Klünter), Ibisevic (64. Piatek)

FC Augsburg: Luthe – Iago, Suchy, Uduokhai, Lichtsteiner (Framberger), Gruezo, Khedira 60. Baier), Vargas, Löwen (46. Richter) , Sarenren Bazee (82. Teigl), Cordova (46. Niederlechner)

Tore: 1:0 Dilrosun (24.), 2:0 Piatek (93.)Schiedsrichter:Sven Jablonski (Bremen)

So geht’s weiter:Die Hertha muss am kommenden Sonnabend um 18.30 Uhr zum Tospiel in Dortmund ran. Augsburg empfängt Köln.