Bundesliga Union Berlin
: Bjelica schämt sich für Ausraster gegen Sané und muss zum DFB

Trainer Nenad Bjelica von Union Berlin zeigt sich reumütig beim Rückblick auf die Attacke gegen Leroy Sané. Ein solches Verhalten dürfe „nie wieder passieren“. Seine sportliche Bilanz kann sich sehen lassen.
Von
Frank Noack
Berlin
Jetzt in der App anhören
  • 24. Januar 2024: Union-Trainer Nenad Bjelica (rechts) greift Bayern Münchens Leroy Sané zwei Mal ins Gesicht.

    24. Januar 2024: Union-Trainer Nenad Bjelica (rechts) greift Bayern Münchens Leroy Sané zwei Mal ins Gesicht.

    dpa/Matthias Koch
  • Trainer Nenad Bjelica von Union Berlin bereut seine Unportlichkeit in der Partie bei Bayern München.

    Trainer Nenad Bjelica von Union Berlin bereut seine Unportlichkeit in der Partie bei Bayern München.

    dpa/Andreas Gora
1 / 2

Die Erinnerungen an den 24. Januar 2024 und sein unsportliches Verhalten wird Trainer Nenad Bjelica so schnell nicht los — aber der Trainer des 1. FC Union Berlin hat seine Lehren aus dem Vorfall in der Bundesliga–Partie bei Bayern München gezogen.

Der 52 Jahre alte Kroate von Union Berlin hatte damals bei einem Gerangel an der Seitenlinie dem Münchner Leroy Sané zweimal ins Gesicht gegriffen. Er wurde dafür vom Deutschen Fußball–Bund (DFB) mit einer Sperre von drei Spielen sowie einer Geldstrafe in Höhe von 25 000 Euro belegt.

Er schäme sich für diese Aktion, sagte Nenad Bjelica jetzt in einem Interview der „Sportbild“. „Ich bereue die Situation. Diese Aktion gegen Leroy Sané war für den Klub und mich nicht gut. So etwas darf mir nie wieder passieren, auch wenn ich ein emotionaler Mensch bin, er mich provoziert hat und uns wenige Minuten zuvor vom Schiedsrichter einem Rückstand von 0:1 ein Elfmeter verweigert worden war“, betonte Bjelica.

Er sei zu Recht für dieses Fehlverhalten kritisiert worden. „Mit erfolgreicher Arbeit muss ich nun alles dafür tun, dass die Leute mein Vergehen irgendwann vergessen und in mir nur den Trainer Nenad Bjelica sehen“, erklärte der Union–Trainer. In sportlicher Hinsicht ist Bjelica das schon gelungen. Er hat den FCU seit seiner Amtsübernahme Ende November stabilisiert und vom Tabellenkeller auf Rang 14 geführt. Am 25. Spieltag treten die Köpenicker am Freitag beim VfB Stuttgart an (20.30 Uhr). Sie haben mit acht Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz mittlerweile ein komfortables Polster.

Fakt ist: Nenad Bjelica war bei seinem Ausraster in München alles andere als ein gutes Vorbild. Denn der Kroate gilt als Trainer, der enorm viel Disziplin verlangt. „Wir alle sind privilegiert, werden sehr gut bezahlt — und die Spieler müssen maximal viereinhalb Stunden am Tag inklusive der Trainingsvor– und -nachbereitung arbeiten. In welchem Beruf gibt es das?“, fragte der Coach im „Sportbild“-Interview.

Die Verhaltensregeln von Nenad Bjelica

Bestimmte Regeln gibt es unter Bjelica auch. „Zum Beispiel die, dass keiner meiner Spieler während eines Trainings oder Spiels Kaugummis kaut. In meiner Laufbahn ist es mal passiert, dass ein Spieler während einer Übungseinheit einen Kaugummi verschluckte und daran beinahe erstickt wäre. Ich möchte auch, dass alle Spieler fünf Minuten vor dem Beginn einer Trainings–Einheit auf dem Platz stehen“, sagte der Union–Coach.

Nenad Bjelica sieht sich als Trainer der alten Schule, nicht „als Laptop–Trainer“. Von zu vielen Video–Analysen hält er nichts. „Man sollte es damit aus meiner Sicht nicht übertreiben, die Spieler nicht permanent mit zu vielen Informationen überfrachten. Bei uns ist erst am Spieltag Video–Analyse, maximal 15 Minuten lang. Die gesamte Besprechung dauert nicht länger als 30 Minuten“, berichtete der Trainer über seine Methoden.

Ein weiteres Nachspiel hat sein Ausraster gegen Leroy Sané allerdings noch. Der DFB wünscht sich laut „Sportbild“, dass Nenad Bjelica zur nächsten Trainertagung erscheint. Man wolle dort mit ihm über den Vorfall mit Sané sprechen. Die Trainertagung findet Mitte März in der Länderspielpause statt. „Ich habe dem Deutschen Fußball–Bund schon meine Teilnahme bestätigt“, versicherte Bjelica.

Im Video: Pressekonferenz mit Nenad Bjelica