Bundesliga: Union Berlin und Hertha BSC können vor 5000 Fans spielen

Die Tribüne im Stadion An der Alten Försterei könnte bald nicht nur von Auswechselspielern besetzt werden.
Matthias KochEinen ersten Testlauf gibt es im Stadion An der Alten Försterei bereits am 5. September, wenn der 1. FC Union in einem Testspiel auf den 1. FC Nürnberg trifft. Zugelassen sind dann 5000 Fans, die ihr Ticket vorher in einem Losverfahren bekommen haben. Teilnehmen können jedoch nur Mitglieder der Eisernen. Zudem sind die Tickets zur möglichen Kontatkverfolgung personalisiert und dürfen nicht weitergegeben werden. Union verdeutlicht zudem: „Es ist eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.“ Am Platz könne die Maske abgenommen werden, bei Verlassen des Platzes und auch auf dem Stadiongelände muss sie getragen werden. Im Testspiel gegen Nürnberg wird es auch noch die Wahl zwischen Steh-und Sitzplätzen geben. Im Hygiene-Konzept der DFL sind Stehplätze jedoch nicht vorgesehen.
Nach fünfstündiger Sitzung beschlossen gestern Kanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregeln nicht möglich ist, bis Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen. Zum einheitlichen Umgang soll es eine Arbeitsgruppe auf der Ebene der Chefs der Staatskanzleien bis Ende Oktober einen Vorschlag ausarbeiten. Während zahlreiche andere Bundesligaclubs und Sportarten um die Zulassung von Fans kämpfen, könnten die beiden Hauptstadtclubs von der lokalen Verordnung des Berliner Senats profitieren.
Auch Herthas Finanzboss Ingo Schiller erklärte gegenüber der „Bild“: „Im Moment gehen wir davon aus, dass bis Jahresende mit 5000 Teilnehmern geplant werden kann.“ Hertha hat ein fertiges Hygiene-Konzept bereits dem Gesundheitsamt Charlottenburg übermittelt. Dies ist mehrstufig und für Zuschauerzahlen von 5000 bis 50 000 ausgearbeitet.
Fans im Stadion An der Alten Försterei und im Olympiastadion könnten so ab dem ersten Spieltag am 19. September durchaus möglich sein. Aus den Ergebnissen der Konferenz der Politiker geht lediglich hervor, dass es für Fans in Regionen mit sehr geringen Infektionszahlen keine Ausnahmeregeln gibt. Dies hätte zu einem Flickenteppich geführt. Während Vereine aus Regionen mit hohen Infektionszahlen weiter vor leeren Rängen hätten spielen müssen, hätten Clubs aus Gegenden mit nur wenigen Corona-Erkrankungen vielleicht vor einem größeren Publikum spielen können.