Corona-Krise
: Unioner warten auf die Bundesliga

An die zwangsfreien Wochenenden haben sich die Fußball-Profis des Bundesliga-Aufsteigers 1. FC Union Berlin noch immer nicht gewöhnt.
Von
dpa
Berlin
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Der Schriftzug des roten Eisentores an verschlossenem Stadiongelände zeigt das Logo des 1. FC Union.

Andreas Gora/dpa

Und ein Ende ist während der andauernden Corona-Krise noch nicht in Sicht, die mögliche Fortsetzung des Spielbetriebs bleibt ungeklärt. Der Verein ist aber weit entfernt davon, nun eine Sonderrolle für den Fußball zu fordern.

„Dagegen verwehre ich mich total. Wir nehmen genau die Rolle ein, die viele andere Branchen und Unternehmen weltweit auch einnehmen, um ihren Beruf auszuüben“, sagte Präsident Dirk Zingler in einem Interview auf der Internetseite des Vereins. Er verspüre aber durchaus die Skepsis, die der Bundesliga im Bestreben um eine Saison-Fortsetzung entgegenschlägt. „Natürlich ist dem Fußball angeraten, mal über sein Wertegerüst, über seine Organisation an sich, nachzudenken.“

Verständnis für Kritiker

Der Chef der Eisernen hat volles Verständnis dafür, dass auch gesagt werde, Fußball sei jetzt nicht so wichtig, und die Spaßveranstaltung könnte jetzt mal pausieren. „Wir müssen den Sachverhalt aber mal aus der Sicht von rund 56 000 Menschen sehen, die rund um den Fußball beschäftigt sind. Die wollen wieder ihrem Beruf nachgehen“, erklärte der 55-Jährige. „Auch der Fußball hat die Aufgabe, alles zu tun, um in der gesellschaftlichen Akzeptanz zu bleiben.“

Nach der Coronavirus-Pandemie werde die Basis für eine Veränderung eine viel stärkere sein, glaubt Zingler. „Ich spüre bei all meinen Kollegen die Bereitschaft, Fehlentwicklungen zu korrigieren.“ Aber jetzt sei dafür noch nicht die Zeit: „Jetzt geht es darum, den Club zu sichern und unsere Mitarbeiter wieder in Arbeit zu holen.“ Zingler weiter: „Unsere Profis sollen Fußball spielen, damit wir in der Lage sind, unsere Mitarbeiter zu bezahlen.“

Das Beste vom Schlechten

„Wir sind gerade dabei, das Bestmögliche unter den schlechtesten Fällen zu organisieren, weil wir uns verantwortlich fühlen für unsere Mitarbeiter und unseren Club“, erklärte Zingler zu möglichen Spielen ohne Fans, die zu einem Saisonabschluss führen sollen. Einige Äußerungen seien dabei aus seiner Sicht zu kurz gedacht. „Wenn die Politik und deren medizinische Berater sagen, euer Konzept ist in Ordnung, passt auf, aber spielt Fußball und geht eurem Beruf nach – diesen Tag sehne ich herbei.“ dpa/uwe