Energie Cottbus: Kosten für Polizeieinsätze – FCE-Präsident zum Fußball-Urteil

Klare Position: Sebastian Lemke sieht das Urteil des Bundesverfassungsgericht von entscheidender Bedeutung. Der Präsident von Energie Cottbus warnt vor einer möglichen unfairen Regelung, die manche Vereine benachteiligen würde.
Steffen Beyer- Bundesverfassungsgericht erlaubt Kostenbeteiligung von Fußballvereinen bei Polizeieinsätzen.
- Urteil betrifft Risikospiele, wie das Derby Bremen vs. Hamburg, Kosten von 425.000 Euro.
- Energie Cottbus-Präsident Lemke kritisiert mögliche Ungerechtigkeiten und fordert einheitliche Regeln.
- Brandenburg plant aktuell keine Kostenweitergabe an Vereine; Innenministerin Katrin Lange bestätigt.
- Vereine fürchten hohe Mehrkosten bei Risikospielen und verlangen klare Spielkategorisierungen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Die Tragweite dieses Urteils wird sich wohl erst in Monaten wirklich zeigen: Das Bundesverfassungsgericht hat am 14. Januar 2025 geurteilt, dass es rechtens ist, Fußballvereine an den Kosten der Polizeieinsätze bei Hochrisikospielen zu beteiligen. Hintergrund ist ein seit 2015 schwelender Streit im Stadtstaat Bremen, der bei einem Derby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV der Deutschen Fußball Liga (DFL) erstmals eine Rechnung (425.000 Euro) für einen Polizeieinsatz gestellt hatte.
Laut dem Bremer Gesetz wird vom Veranstalter eine Gebühr erhoben für den „polizeilichen Mehraufwand bei gewinnorientierten, erfahrungsgemäß gewaltgeneigten Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Personen.“ Das verstößt nicht gegen das Grundgesetz, entschieden die Richter und haben damit auch für andere Bundesländer die Möglichkeit eröffnet, entsprechende Gesetze zu erlassen. Für die Profivereine in Deutschland könnte das tiefgreifende Veränderungen bedeuten, darauf weist auch Energie Cottbus in einem Statement von Vereinspräsident Sebastian Lemke hin.
Brandenburg will Kosten aktuell nicht an Vereine weiterreichen
„Dieses Urteil ist eine Entscheidung von enormer Tragweite, die den Fußball in unserem Land nachhaltig verändern kann. Dessen müssen sich alle bewusst sein“, betont der Vereinschef des Tabellenzweiten der 3. Liga. Man hoffe inständig, dass die neue Möglichkeit nicht zum Einsatz komme. Energie Cottbus ist als Drittligist nicht Teil der DFL, der in Bremen die Risikospiele in Rechnung gestellt wurden. Allerdings bestreitet der FCE auch einige Risikospiele mit großem Polizeiaufgebot: Gegen Dynamo Dresden, Hansa Rostock und Erzgebirge Aue beispielsweise.
„In unserem Fall, für das Land Brandenburg, gilt es genau abzuwägen, was eine Umsetzung dieser Möglichkeit für die Vereine im Land bedeuten würde“, erklärt Lemke. Er fürchte, dass sehr, sehr viel kaputtgehen könne.
FCE-Präsident Sebastian Lemke für eine einheitliche Lösung
Viele Innenminister plädieren für eine bundesweit einheitliche Lösung. Diese sieht auch Lemke als wichtig an: „Unterschiedliche Verfahrensweisen in den Bundesländern werden zwangsläufig zu Standortnachteilen für betroffene Clubs führen und andere wiederum bevorteilen.“ Ein fairer Wettbewerb werde damit unmöglich. Das könne nicht im Sinne des Fußballs als „eines der wichtigsten Kulturgüter unseres Landes“ sein.
Daher sei es die Auffassung des Vereins, dass es länderübergreifend einheitliche Regelungen gebe, die die Clubs nicht belasteten. Eine Abfederung der Zusatzkosten über die Verbände oder im besten Fall gar nicht erst die Weiterreichung der Rechnung seien denkbar. Letzteres würde in Lemkes Worten bedeuten, dass „die staatlichen Institutionen ihrem Dienst im öffentlichen Raum wie bisher nachkommen.“
Risikospiele sorgen bei Vereinen bereits für hohe Mehrkosten
Für die Vereine seien die zusätzlichen Aufwendungen bei Risikospielen sowieso schon „extrem hoch“, erklärt der Vereinschef. Energie Cottbus erhebt deswegen beispielsweise beim Derby gegen Dynamo Dresden einen Euro Zuschlag auf die üblichen Ticketpreise, auch gegen Hansa Rostock wurde das so gehandhabt.
Zudem weist Lemke darauf hin, dass man darauf achten müssen, wie die Kategorisierungen der Spiele künftig zustande kommt – sprich: Welche Partie als Risikospiel eingestuft wird, bei dem die Kosten weitergereicht werden können. „Da werden sich Ansichten und Argumentationslinien der am Prozess beteiligten Netzwerkpartner naturgemäß verschieben“, sagt Lemke. „Hier gilt es genau abzuwägen, welche Hinweise unter Einbeziehung von Fachleuten dann ausschlaggebend sein werden.“
Doppelsechs – alle Podcast-Folgen
Einmal in der Woche gibt es bei „Doppelsechs – der Energie-Cottbus-Podcast“ alle wichtigen Nachrichten rund um den FCE nun auch zum Hören. Doppelsechs – der Energie-Cottbus-Podcast gibt es auf allen gängigen Plattformen wie Apple Podcasts, Spotify oder Amazon Music.



