Fußball-Bundesliga: 1. FC Union Berlin – keine Zeit und schmerzhafte Erinnerungen

Schlechte Erinnerungen: Unions Niko Gießelmann verletzt sich bei der Bundesliga-Partie gegen den SC Freiburg im Februar 2021.
Sebastian Gollnow/dpaNach dem Spiel ist vor dem Spiel, lautet eine Binsenweisheit im Fußball. Niko Gießelmann ist das in dieser Woche allerdings ganz recht. Der Außenbahnspieler von 1. FC Union Berlin ist froh, dass nach dem enttäuschenden 0:1 am Sonntag beim Schlusslicht SpVgg Greuther Fürth nun bereits am Mittwochabend in der Alten Försterei die Partie gegen den SC Freiburg folgt. auch wenn seine Erinnerungen an seine letzte Partie gegen die Breisgauer durchwachsen sind.
Niko Gießelmann: „Meine erste ernsthafte Verletzung“
Im Februar diesen Jahres unterband der 30-Jährige damals in der 86. Minute bei einer 1:0-Führung der Berliner mit einem Foul, einen Konter der Freiburger, brach sich dabei die linke Schulter und fiel länger. „Das Foul war wichtig. Ich bin zufrieden damit, habe es aber teuer bezahlt, denn es war meine erste ernsthaftere Verletzung“, sagte Gießelmann am Montag bei einer Medienrunde.
Dass es auch am Mittwoch mit einem Sieg gegen den SC eher klappt als in Fürth, glaubt Gießelmann aus einem bestimmten Grund. „Die Freiburger liegen uns mehr, die wollen auch mitspielen, stellen sich nicht hinten rein wie Fürth. Mit solchen Mannschaften haben wir mehr Schwierigkeiten. Gleichzeitig warnt der Verteidiger. „Aber auch sie stehen sehr gut in der Defensive. Das wird schon ein harter Kampf. Ich glaube, dass wir da schon das schwächere Spiel wiedergutmachen können.“
5000 Zuschauer in der Alten Försterei gegen Freiburg zugelassen
Vor maximal 5000 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei trifft dabei der Tabellenfünfte Freiburg auf den Sechsten Union. „Wir wollen unsere Heimstärke auch in diesem Spiel zeigen“, sagte Gießelmann. Aufgrund der Corona-Bestimmungen ist dabei nur eine sehr limitierte Zahl an Fans in Köpenick zugelassen. Immerhin kommt es aber nicht zu einem kompletten Geisterspiel wie gerade noch in Fürth.
Von einer Blamage wie die Medien das 0:1 in Franken titulierten, wollte Niko Gießelmann nichts wissen. „Nein, das sehe ich definitiv anders“, sagte der 30-Jährige. Dass die SpVgg ausgerechnet gegen die Berliner im 24. Anlauf ihr erstes Heimspiel in der Fußball-Bundesliga überhaupt gewonnen haben, schmerze zwar, am Montag ordnete Gießelmann, der selbst von 2013 bis 2017 im Kleeblatt-Trikot spielte, das Geschehen mit ein wenig Abstand aber anders ein. „Klar, wir waren der Favorit, aber Fürth hat alles reingehauen und hat sich das verdient“, sagte der Mittelfeldspieler.

Zu selten geklappt: Sheraldo Becker (Union Berlin) schlägt eine Flanke, Timothy Tillman (SpVgg Greuther Fürth) schaut zu.
Eibner-Pressefoto/Roger BürkeAnstatt sich weiter in der Spitzengruppe festzusetzen, kassierten die Eisernen in Fürth eine vermeidbare und zuvor unerwartete Niederlage. „Wir hatten genügend Chancen, um mit einem oder drei Punkten aus dem Spiel rauszugehen“, sagte Gießelmann. Trainer Urs Fischer kritisierte bereits am Sonntag bei der Pressekonferenz im Stadion: „Wir waren nicht effizient genug.“
Union Berlin denkt erst nach dem Klassenerhalt an Europa
Mit 23 Zählern aus 15 Spielen liegt Union trotz der Pleite über den Erwartungen, sieht aber weiter keinen Grund, ein anderes Ziel als den Klassenerhalt auszurufen. „Wir sollten zum jetzigen Zeitpunkt nicht den Anspruch haben, zu sagen: wir wollen nach Europa. Das ist noch nicht angebracht“, sagte Gießelmann. Wenn der Abstieg auch rechnerisch verhindert sei, könne man sich frühestens über eine neue Zielsetzung unterhalten. Eine Haltung, die die meisten im Verein vertreten.
Nach dem anspruchsvollen Heimspiel wartet am Samstag zum Abschluss eines kräfteraubenden Jahres noch die Aufgabe bei Aufsteiger VfL Bochum auf das Team von Fischer, ehe es in die kurze Winterpause geht. Vorher würde Gießelmann am liebsten noch die maximale Punktausbeute einfahren: „Drin sind sechs Punkte“, sagte der Profi, der angeblich von Celtic Glasgow aus Schottland umworben wird. Das habe er zwar zur Kenntnis genommen, Gespräche habe es aber nicht gegeben: „Ich konzentriere mich gerade nur auf Union.“ Und nach der Partie in Bochum auf die verdiente kurze Pause zur Regeneration, bis Anfang Januar die Rückserie beginnt.
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