Fußball-Bundesliga
: Hertha BSC will Abstand nach unten vergrößern

Nach zwei Siegen wollen die Verantwortlichen bei Fußball-Bundesligist Hertha BSC die Bodenhaftung bewahren. Der Blick in der Tabelle geht vor den Spiel am Mittwoch bei RB Leipzig eher nach unten als nach oben.
Von
Uwe Wuttke
Berlin
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Hertha-Trainer Bruno Labbadia verhalf Timo Werner als 17-Jähriger beim VfB Stuttgart zum Profidebüt.

Stuart Franklin/afp

„Wir haben wichtige Punkte geholt. Aber wir sollten die Bodenhaftung bewahren und weiter punkten, um den Abstand nach unten zu vergrößern“, befand Hertha-Manager Michael Preetz am Montag bei einer Videopressekonferenz. Und auch Trainer Bruno Labbadia wollte mit Blick auf die Tabelle „den Ball lieber flach halten“. Schließlich haben zwar die sechs Teams vor den Charlottenburgern nicht gewonnen, aber Bremen wie Düsseldorf im Keller gewonnen.

Und der Mannschaft steht mit den Leipzigern ein Kontrahent gegenüber, der die Hertha als Lieblingsgegner auserkoren hat. Die Bilanz der vergangenen sieben Duelle lautet 6:1-Siege für RB bei einer Tordifferenz von 26:8. Nur im Dezember 2017 gelang den Berlinern ein 3:2-Erfolg bei den Sachsen. „Daran erinnere ich mich gerne zurück“, sagt Preetz. Beim Blick auf den zurückliegenden Spieltag – fünfmal gewannen die Gäste – wächst auch bei ihm die Hoffnung auf den zweiten Erfolg gegen Leipzig.

Keine Manndeckung

Allerdings gilt es dafür, vor allem einen zu stoppen – Timo Werner. Der Nationalstürmer, der beim 5:0 gegen Mainz einen Dreierpack schnürte, ist in Topform. Ein altehrwürdiges Mittel wie die Manndeckung zieht Labbadia dennoch nicht in Betracht. „Leipzig hat so viele gute Spieler, die müssten wir alle in Manndeckung nehmen.“ Mit dem 24-Jährigen verbindet Labbadia eine besondere Beziehung. Erwar beim VfB Stuttgart Coach, als der Stern von Werner aufging und Labbadia den Stürmer als 17-Jährigen erstmals bei den Profis aufbot. „Das Talent, und seine Schnelligkeit  hat er mitgebracht. Und er wollte immer Tore schießen. Wir haben ihn als Trainer nur gefördert“, will der 54-Jährige seinen Anteil an der Entwicklung des Torjägers nicht zu hoch hängen, der bereits 24 Saisontreffer, dabei drei Dreierpacks, erzielt hat.

Gleichwohl sieht Labbadia auch in Leipzig eine stetige Entwicklung Werners. Einen „außergewöhnlichen“ Spieler wie ihn sieht der Trainer in seinem aktuellen Team derzeit nicht. „Aber wir hoffen, in Zukunft auch bei der Hertha Spieler rauszubringen wie in Stuttgart Timo Werner und Antonio Rüdiger.“

Ein andere Personalie war auch ein Thema. Ob Mario Götze bald im Hertha-Trikot spielt, wollte derweil Michael Preetz weder bestätigen noch dementieren. Die Spekulationen, die unter anderem Lothar Matthäus anheizte, der sich den bei Borussia Dortmund aussortierten Nationalspieler bei Hertha gut vorstellen könne, betrachtete der Berliner Manager „als Beginn des Transfersommers“, aber auch „als viel zu früh“.