Fußball: Hertha verliert am Mauerfall-Jubiläum gegen RB Leipzig

Hertha BSC gegen RB Leipzig, Olympiastadion Berlin: Berlins Javairo Dilrosun (3.v.l) läuft enttäuscht an Leipzigs jubelnden Spielern vorbei.
Andreas Gora/dpaGegen Angstgegner RB Leipzig setzte es im vierten Heimspiel gegen die Sachsen vor fast 50.000 Zuschauern im Berliner Olympiastadion mit 2:4 die vierte Niederlage. Hier die Partie im Check.
Die Lage
Während RB Leipzig sichdurch den Sieg in der Spitzengruppe der Bundesliga festsetzt, ist die Hertha nur noch zwei Punkte vom Relegationsplatz 16 entfernt. Zwar zeigte das Team von der Spree einen klaren Aufwärtstrend gegenüber der Niederlage beim Lokalrivalen 1. FC Union Berlin und es war mehr drin. Doch stabile Leipziger, die Hertha am Schluss auskonterten, und ein etwas unglücklich pfeifender Schiedsrichter verhinderten ein besseres Resultat
Das Vorspiel
Mit einer beeindruckenden Mauer-Choreografie wurde von einem blau-weißen Trabi eine Mauer in der Ostkurve zum Einsturz gebracht. Auch auf der Mittellinie war eine Mauer aufgebaut. Auf der Sprüche wie „Erich rückt den Schlüssel raus“ standen. . Die Fans boten Spruchbänder auf.Bei Hertha hieß es „Uns Berlinern hält keine Mauer stand“ während die Leipziger Fahnen in den Vereinsfahnen schwangen und ihr Banner „Auf den Rängen unsere Fahnen wehen, wollen wir Rasenball siegen sehen“ und in der Ostkurve wurde eine Plane mit dem Brandenburger Tor hochgezogen. Dazu erstrahlte die Anzeigetafel im Retrolook aus dem Jahr 1989 und die Spieler trugen das Trikot, das die Bundesliga-Elf damals Tage nach dem Mauerfall im Spiel gegen die SG Wattenscheid 09 übergezogen hatten.
Die Tore
1:0 Maximilian Mittelstädt (32.), der Mittelfeldspieler zog von links in die Mitte, ließ einen Leipziger aussteigen und traf aus 20 Metern mit einem strammen Flachschuss ins Glück.
1:1 Timo Werner (38.), Handelfmeter, vom Fuß des Leipzigers Mukiele springt der Ball Rekik erst an die Hand, dann ins Gesicht. Schiedsrichter Sören Storcks entscheidet erst auf weiterspielen, der Videobeweis stimmt ihn um.
1:2 Marcel Sabitzer (45.+2). Der Österreicher zieht aus rund 23 Meter ab, sein Schuss wird noch von Rekik abgefälscht und landet unhaltbar für Jarstein im Tor.
1:3 Kevin Kampl (86.), zieht nach einem Ballverlust der Hertha in die Mitte und überwindet Torwart Jarstein mit einem Schlenzer ins Eck.
1:4 Timo Werner (90.) schließt einen Konter ab.
2:4 Davie Selke (90.+2) im Nachschuss
Die Startelf und Taktik
Bei der Hertha überraschte Trainer Ante Covic, mit der Herausnahme von Marco Grujic, der offenbar nicht in das System passte, und für den Eduard Löwen von Beginn an spielte. Die Berliner agierten für eine Heimmannschaft ausgesprochen defensiv. Bei Ballverlust vervollständigten links Maximilian Mittelstädt und rechts Lukas Klünter die Dreierkette mit Karim Rekik, Dedryck Boyata und Niklas Stark. Hertha verlegte sich auf Konter. Angriffsspitze Dodi Lukebakio wartete auf Bälle, die er für die nachgerückten Spieler sicherte.Bei den Gästen, die in einer 4-4-2-Formation antraten bildete Timo Werner mit Youssuf Poulsen das Sturmduo.
So lief die Partie
Die Bilanz der drei Heimspiele gegen RB Leipzig lautete drei Niederlagen, 3:13 Tore. Dafür hielt sich die Hertha zunächst sehr gut. Leipzig hatte 80 Prozent Ballbesitz, aber das Defensivkonzept passte. Während Lukas Klünter Nationalstürmer Werner gut im Griff hatte, offenbarte Mittelstädt allerdings einige Probleme mit dem aufrückenden Nordi Mukiele. Hertha besaß sogar die erste Großchance, aber Vladimir Darida vergab fast allein vor Peter Gulasci (16.). Die Schrecksekunde war eine allerdings erfolgreiche Fummeleinlage von Torwart Rune Jarstein gegen Werner (25). Dass die Berliner dennoch mit einem Rückstand in die Pause gingen, war allerdings angesichts der spielerischen und der Schnelligkeitsvorteile der Sachsen nicht unverdient, wenn auch aus Leipziger Sicht glücklich, wie die Tore fielen.
Zu Beginn der zweiten Hälfte reiten die Gäste weiter auf der Glückswelle, denn Stefan Ilsanker hätte nach Foul an Javairo Dilrosun an der Mittellinie Gelb-Rot sehen müssen (49.), kam aber mit einer Ermahnung davon.Trainer Julian Nagelsmann nahm den Sünder schnell vom Feld. Danach versuchte Hertha den Ausgleich zu erzwingen, blieb aber vor dem gegnerischen Tor nicht druckvoll.
Riesenaufregung in der 75. Minute. Nach einem Kopfballduell bleibt Niklas Stark im Leipziger Strafraum liegen und kann nicht weiterspielen. Doch das Schiedsrichtergespann verweigert den vehement von den Berlinern geforderten Videobeweis. Trainer Ante Covic sieht dafür Gelb und setzte fortan mit Vedad Ibisevic und Davie Selke auf Angriff. Allerdings wurden die Berliner dann ausgekontert und Selkes 2:4 war nur Ergebniskosmetik.
Die Statistik
Hertha BSC – RB Leipzig:(1:2)
Hertha: Jarstein – Stark (78. Selke), Boyata, Rekik – Klünter, Löwen, Mittelstädt – Wolf (73. Ibisevic), Dilrosun – Lukebakio (87. Leckie)
Leipzig: Gulasci – Mukiele (80. Ampadu), Ilsanker (54. Kampl), Upamecano, Klostermann – Sabitzer, Laimer, Demme, Forsberg (72. Nkunku) – Poulsen, Werner
Tore: 1.0 Mittelstädt (32.), 1:1 Werner (38.), 1:2 Sabitzer (45.+2), 1:3 Kampl (86.), 1:4 Werner (90.+1), 2_4 Leckie (90.+2) -Schiedsrichter: Starcks (Velen) – Zuschauer: 48.932
So geht es weiter
Nach der Länderspielpause reist Hertha am 24. November zum FC Augsburg, während RB Leipzig am 23. November um 18.30 Uhr den 1. FC Köln empfängt.