Fußball in Brandenburg: Meister-Tafel im FLB – zwar Erster, aber kein Aufsteiger

Meistertafel des Fußball-Landesverbandes Brandenburg der Saison 2022/2023: Aus der Kreisoberliga stoßen acht Teams zur Landesklasse dazu, vier sind es zur Landesliga, zwei zur Brandenburgliga.
Jörn SandnerAuf was für eine unglaubliche Spielserie blicken die Fußballer in Brandenburg! Im Jahr der für die National-Elf missglückten Weltmeisterschaft verzauberten die Kicker aus der Brandenburgliga, Landesliga, Landesklasse und Kreisoberliga ihre Zuschauer. Nicht überall, denn es gab auch Verlierer in den Kämpfen gegen den Abstieg. Auf der Meistertafel 2022/2023 sind 15 Mannschaften in den drei Spielebenen des FLB verewigt, die Herausragendes, ja sogar Historisches seit dem ersten Punktspiel geleistet haben – eine ellenlange Phase von mehr als zehn Monaten bis zum 30. Spieltag.
Nach drei von Corona geprägten Spielserien und wirren Tabellenbildern liegt diesmal eine recht sortierte Saison hinter den Brandenburgligisten. Bis Mitte Mai musste jedoch auf ein belastbares Tableau gewartet werden, nachdem alle Teams die identische Anzahl an Partien ausgetragen hatten. Standen in den Vorjahren der RSV Eintracht aus Stahnsdorf, der MSV Neuruppin und der 1. FC Frankfurt ganz vorn, so katapultierte sich TuS Sachsenhausen diesmal an die Spitze. Eine unfassbare Serie ohne Niederlage (seit 16. Oktober 2022 / 0:1 gegen Einheit Bernau) liegt hinter dem neuen LandesmeisterTuS 1896 Sachsenhausen. Dass er auf sein Startrecht in der Oberliga verzichtet, stempelt ihn zum Titelfavoriten der nächste Runde in der Brandenburgliga.
In der Landesliga entwickelten sich zwei Zweikämpfe, die erst am letzten Spieltag, in der Nord-Staffel sogar erst in der Nachspielzeit entschieden waren. Fortuna Babelsberg traf im farbenreichen Spiel mit 13 Gelben Karten und drei Platzverweisen zum 1:0 (Torschütze Armand Ligouis) bei der SG Michendorf. Mit diesem Ergebnis wurde Verfolger Stahl Brandenburg (2:0 in Brieselang) auf Distanz gehalten.
Aufstieg von Hochkarätern in die Landesliga
Ein glückliches Händchen bei der Ansetzung hatte der FLB vor einem Jahr, als er SC Miersdorf/Zeuthen und Concordia Buckow/Waldsieversdorf im letzten Punktspiel aufeinander treffen ließ. Letzterer setzte sich dank des Treffers von Max Nürbchen mit 1:0 durch und schob sich am bis dato Staffelersten vorbei.
Mit dem VfB Krieschow II (70 Punkte aus 30 Partien), Eintracht Peitz (67 Punkte aus 30 Spielen), Blau-Gelb Falkensee (72 Punkte aus 28 Spielen) und Einheit Zepernick steigen Hochkaräter aus der Landesklasse in die Landesliga auf. Deutschlandweit unerreicht ist die Marke, die Zepernick setzte: 90 Punkte von 90 möglichen erspielt, ein Torverhältnis von 137:27.
Auch in den Kreisoberligen reihten sich Überraschungen an Überraschungen. Recht früh standen der FSV Admira (78 Punkte in 30 Spielen / Dahme-Fläming) und die SG Saarmund (72 aus 30 ( Havelland) als Kreismeister fest. Der SV Blumenthal/Grabow aus Prignitz-Ruppin (49 Punkte aus 24 Spielen) kehrt in die Landesklasse nach zwei Jahrzehnten zurück. Auch hinter dem FSV Rot-Weiß Prenzlau (47 Punkte aus 18 Spielen / Uckermark) liegt eine Vergangenheit im Spielbetrieb des Landesverbandes.
Verein an der Stadtgrenze zu Berlin boomt
Aus Oberhavel/Barnim empfiehlt sich die Zweite des SV Grün-Weiß Ahrensfelde. 75 Punkte aus 28 Spielen, lediglich eine Niederlage kassiert – der Verein an der Stadtgrenze zu Berlin boomt. Aus Ostbrandenburg stößt der MTV Altlandsberg (66 Punkte aus 28 Spielen) in die Landesklasse vor. Echte Spannung bis zum letzten Spieltag gab es im Fußballkreis Südbrandenburg. Hier rupfte Germania Peickwitz vor fast 800 Zuschauern mit einem 4:0 den Tabellenersten SV Großräschen. 64 Punkte aus 26 Spielen bedeuten den Aufstieg in die Landesklasse.
Einzigartig ist die Lage im FK Niederlausitz: Hier verteidigte die SpG Kausche/Drebkau am letzten Spieltag mit dem 2:2 bei der SG Burg/Spreewald zwar ihre Tabellenführung. Aber der Aufsteiger zur Landesklasse ist der Vizemeister: SG Burg Spreewald. Das Reglement lässt es nicht zu, dass Spielgemeinschaften in den Spielbetrieb des Landes integriert werden. Eine Veränderung der Spielordnung ist zwar beschlossen, doch greift sie erst mit Ablauf der nächsten Serie. Den Mannen der SpG Kausche/Drebkau ist der Coup demnach ein Jahr zu früh gelungen. Eingetaktet in den Spielbetrieb in einer der vier Landesklasse-Staffeln wird der Vize-Kreismeister aus Burg, der aus 30 Partien 68 Zähler (nur zwei Niederlagen) erspielte.



