Fußball: Spielbericht 1. FC Union - FC Augsburg

1. FC Union Berlin - FC Augsburg, 19. Spieltag, Stadion An der Alten Försterei. Berlins Kapitän Christopher Trimmel (l) blickt auf den Ball vor Philipp Max von FC Augsburg.
Andreas Gora/dpaHier die Partie im Check.
Die Lage:
Bisher haben die Unioner gegen den FC Augsburg noch kein Pflichtspiel gewonnen. Eine schwarze Serie es zu durchbrechen galt, denn nach vier Spielen mit drei Niederlagen und einem Remis in Paderborn war der Relegationsplatz nur noch drei Punkte entfernt. Beim 2:0-Sieg konnten sich die Eisernen auf ihre Heimstärke (18 von 23 Zählern) verlassen. Siekletterten nun punktgleich an den Fuggerstädtern in der Tabelle vorbei auf Platz 11.
Die Vorgeschichte: Im Hinspiel holten die Eisernen ihren historisch ersten Punkt in der Bundesliga durch einen Treffer von Sebastian Andersson, vorgelegt von Sebastian Polter. Weiterer interessanter Fakt: Es gab zehn Spieler, die in beiden Vereinen gegen den Ball getreten haben. Aktuell sind das bei den Berlinern Innenverteidiger Marvin Friedrich, der im Hinspiel wegen einer Verletzung noch gefehlt hatte und der langzeitverletzte Akaki Gogia. Auch die Nationalität der beiden Trainer ist eine Gemeinsamkeit. Der Augsburger Martin Schmidt und Union-Coach Urs Fischer stammen beide aus der Schweiz.
Die Tore:
1:0Neven Subotic (47.),nach einer Ecke von Trimmel und Kopfballverlängerung vom Augsburger Hahn landet der Ball beim Serben, der aus spitzem Winkel traf.
2:0 Marcus Ingvartsen (62.), zirkelte den Ball nach Zuspiel von Robert Andrich ins Ecke, die VAR-Entscheidung, ob Andersson FCA-Torwart Tomas Koubek die Sicht versperrte, fiel zu Gunsten des Unioners aus.
Die Startelf und Taktik:
Der 1. FC Union spielte mit einer Dreierabwehrkette, in der in der Zentrale Keven Schlotterbeck agierte. Der Ex-Freiburger kehrte nach einer Verletzung zurück und hat keine gute Erinnerung ans Hinspiel. Damals sah er kurz vor Schluss die Rote Karte. In der Offensive setzte Trainer Urs Fischer auf die Variante mit zwei Angreifern. Das Duo bildeten Anthony Ujah und Sebastian Andersson hinter denen Marcus Ingvartsen die Bälle verteilte. Neuzugang Yunus Mali sah erneut zunächst auf der Bank
Bei den Augsburgern, die im klassischen 4-2-3-1-System aufliefen, agierte hinter demin vorderster Front spielenden André Hahn mitFlorian Niederlechner ein Angreifer, der bereits zehn Saisontore erzielte. Zwei mehr als der beste Unioner Sebastian Andersson.
So lief die Partie:
Die ersten Minuten ließen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in der ausverkauften Alten Försterei schon Schlimmes erahnen. Beide Teams agierten vor allem mit langen Bällen, Spielzüge und Kombinationen waren Mangelware. Torchancen auch. Nachdem Augsburgs Philipp Max einen Freistoß knapp über das Union-Tor schoss, begannen auch die Gastgeber sich auf ihre offensiven Qualitäten zu besinnen. Allerdings hing das Sturmduo Andersson, der praktisch alle seine Kopfball-Duelle gewann und Ujah weitgehend in der Luft. Bescheidene Gefahr kam aus der Distanz. Doch Christopher Lenz (5., 20.) und Friedrich (18.) zielten nur vorbei. Am auffälligsten war noch Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, diedie neue Regel Gelb für Meckern zu zeigen, zugunsten von gezielten Ermahnungen aussetzte. So blieb nur die Möglichkeit, die Minuten runterzählen bis das Grauen der ersten Hälfte ein Ende hatte.
Hälfte zwei begann statt mit weiterem Horror mit einem Traumstart für Union. Nach 68 Sekunden erzielte Subotic mit seinem ersten Saisontor die nach dem Spielverlauf verdiente Führung. Nun lief es für die Berliner. Zwar versuchte Augsburg, Druck auszuüben, doch auch der zweite Treffer, diesmal durch den Dänen Ingvartsenging auf das Konto der Unioner. Es war die Entscheidung, denn die Berliner brachten mit ihrer engmaschigen Defensive und gelegentlichen Vorstößen ihren Vorsprung souverän über die Zeit, obwohl Augsburgmit dem Ex-Herthaner Eduard Löwen und Alfred Finnbogason weitere Offensivkräfte aufbot. Das zu Null hielt Torwart Rafal Gikiewicz mit einer Parade gegen Niederlechner und Löwenfest (89./93.).
Stimmen zum Spiel
Martin Schmidt, Trainer FC Augsburg. „Wir wussten, dass es hier ein kerniges Spiel wird. Das 1:0 gleich nach der Pause hat uns den Stift gezogen.“
Urs Fischer, Trainer 1. FC Union:“ Ich fühle eine riesige Freude heute. Die Jungs haben ihr Gesicht über 90 Minuten gezeigt. Die letzten 20 Minuten hatten wir sicher das nötige Wettkampfglück, aber auch dagegen gehalten. Das ist, was mir gefällt. Das ist unser Gesicht. „
Marcus Ingvartsen, Torschütze zum 2:0: „Ich bin sehr glücklich. Es war kein gutes Spiel, aber der Sieg war sehr wichtig.“
Keven Schlotterbeck, Abwehrspieler 1. FC Union: „Wenn man die anderen Ergebnisse sieht, lässt sich ermessen, wie wichtig der Erfolg war für den Klassenerhalt, denn nur darum geht es für uns.“
Die Statistik:
Union Berlin – FC Augsburg2:0 (0:0)
Union Berlin:Gikiewicz – Friedrich, Schlotterbeck, Subotic – Trimmel, Andrich (79. Kroos), Gentner, Lenz – Ingvartsen (86. Ryerson),Ujah (72. Bülter), Andersson
FC Augsburg: Koubek - Jedvai, Udoukhai, Gouweleeuw, Max – Baier, Khedira (70. Löwen) –, Richter, Niederlechner, Vargas(77. Finnbogason)- Hahn
Tore. 1:0 Subotic (47.), 2:0 Ingvarsten (62.) – Schiedsrichterin: Bibiana Steinhaus (Hannover)- - Zuschauer:22 012 (ausverkauft)
So geht es weiter: Das nächste Spiel hat es in sich für den 1. FC Union. Die Köpenicker reisen am 1. Februar zu Borussia Dortmund mit seinem neuen Star Erling Haaland. Der FC Augsburg empfängtebenfalls um 15.30 Uhr Werder Bremen