Fußball: Trainer Urs Fischer ist beim Trainingslager von Union mittendrin

Im Duell mit dem Coach: Union Berlins Neuzugang Niko Gießelmann (Mitte) versucht Trainer Urs Fischer (rechts) am Pass zu hindern.
Michael Hundt„Es macht wirklich Spaß auf dem Platz zu stehen“, sagte Neuzugang Niko Gießelmann nach der ersten Trainingseinheit. "Und am besten lernt man sich auf dem Platz kennen“, erklärte der zweite Neuzugang der Berliner, Sebastian Griesbeck. Beide Spieler beendeten die abgelaufenen Saison mit einer sportlichen Enttäuschung, doch ihr Wechsel hätte unterschiedlicher wohl nicht laufen können.
Gespräche nach dem Abstieg
Außenverteidiger Gießelmann stieg erst am letzten Spieltag mit Fortuna Düsseldorf aus der Fußball-Bundesliga in die 2. Liga ab. Ausgerechnet durch eine 0:3-Niederlage bei Union Berlin rutschten die Rheinländer auf Tabellenplatz 17. „Es gibt wohl kein schlechteres Gefühl im Sport. Das war sehr bitter. Ich habe es aber mittlerweile verdaut“, sagt der 28-Jährige. Die Gespräche über einen Wechsel nach Berlin fanden auch erst nach Saisonende statt.
Beinahe den umgekehrten Weg wäre Sebastian Griesbeck mit dem 1. FC Heidenheim gegangen, wenn sie nicht unglücklich in der Relegation an Werder Bremen gescheitert wären. Sein Transfer war zwar bereits vor den Relegationsspielen klar, doch auch er hatte noch einige Tage mit dem gescheiterten Aufstieg zu kämpfen. „Das war niederschmetternd. Ich wollte mit dem Team unbedingt aufsteigen. Das war schon noch so drei bis vier Tage im Kopf, aber das ist Vergangenheit.“
Die Gegenwart heißt für ihn nun 1. FC Union Berlin und dort ist sich der 29-Jährige sicher, dass er perfekt zum Team passt. "Wir denken im Fußball gleich. Ich bin sehr emotional, diszipliniert und arbeite Fußball.“ Fast zeitgleich mit der Bekanntgabe seiner Verpflichtung, wechselte auch seine Freundin Kahtrin Hendrich vom FC Bayern zum VfL Wolfsburg.
Dabei betonen beide Spieler, dass die Atmosphäre im Stadion An der Alten Försterei einen großen Ausschlag für ihren Wechsel gegeben hat. „Es ist jedes Mal geil, dort zu spielen“, erklärte Griesbeck. „Ich bin froh, die Fans jetzt in meinem Rücken zu haben“, sagte Gießelmann, der nach der Bekanntgabe seiner Verpflichtung mit einem Video auf sich aufmerksam machte, in dem er zumindest versucht, die Hymne der Eisernen zu singen und dafür einiges an Kritik einstecken musste. „Der Zeitpunkt war nicht optimal, aber ich war ein paar Tage arbeitslos, da war die Euphorie einfach groß. Und ich bin mir sicher, die absolut richtige Entscheidung getroffen zu haben.“ Den Konkurrenzkampf auf der linken Seite mit Dauerbrenner Christopher Lenz scheut er dabei nicht. „Ich bin ein Teamplayer, aber nur durch Konkurrenz kann man besser werden.“
Testspiel gegen Energie Cottbus
Am 8. August um 15 Uhr bestreitet der 1. FC Union Berlin sein erstes Freundschaftsspiel gegen Energie Cottbus. Aufgrund der Hygienevorschriften werden 1000 Zuschauer im Stadion zugelassen sein. Gastgeber Cottbus hat sich dazu entschieden, die Kartenvorverkauf ausschließlich seinen Mitgliedern zu ermöglichen. ⇥lgr