Fußball
: Werder Bremen bangt mit Union Berlin

Werder Bremen steht im Abstiegskampf der Bundesliga mit dem Rücken zu Wand und benötigt Schützenhilfe des 1. FC Union Berlin.
Von
Philipp Kaiser
Berlin
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Will bis zum Letzten kämpfen. Doch ohne Union-Hilfe ist Werder Bremen mit Trainer Florian Kohfeldt abgestiegen.

Thorsten Wagner

Unions Mittelfeldmann Felix Kroos hat schon mal bekundet, dass er mit seinem Ex–Club Werder sympathisiert. „Da blutet mir schon das Herz, das zu sehen, weil ich auch zum Teil ein grün–weißes Herz habe.“ Ob er selbst auf dem Platz helfen darf, steht allerdings noch nicht fest. Von 2010 bis 2016 war er für die Werderaner aktiv, diese Jahre schüttelt man nicht so schnell aus den Kleidern. Und auch sein Weltmeister–Bruder Toni drückt Werder die Daumen — wer ist schon Fortuna Düsseldorf?

Auf Schützenhilfe zu hoffen, ist das eine, doch zuerst müssen die Bremer gegen den 1. FC Köln selbst ihre Hausaufgaben erledigen. Gewinnen ist Pflicht, am besten mit vier Toren Unterschied, weil dann der Fortuna auch ein Unentschieden nicht helfen würde. Das ist allerdings leichter gesagt als getan, denn die Bilanz von Werder im heimischen Weserstadion, das nun auch auf die sonst stimmungsvolle Kulisse verzichten muss, ist katastrophal. Ganze sechs (!) Punkte sammelte man bei nur einem Heimsieg, da war sogar das sagenumwobene Tasmania Berlin in ihrer Schreckenssaison 1965/1966 besser. „Wir sind es allen im Verein schuldig, bis zum letzten Moment zu kämpfen, so lange es rechnerisch noch möglich ist“, sagt Florian Kohfeldt. Der sonst so optimistische Trainer wirkte nach dem 1:3 vergangene Woche bei Mainz 05 sichtlich angeschlagen.

Köln besiegelte ersten Abstieg

Der Gegner Köln ist bereits gerettet. Verschwörungstheorien, die Geißböcke könnten sich gehenlassen, um dem verhassten Rheinrivalen Düsseldorf eins auszuwischen, verwiesen die Verantwortlichen ins Reich der Fabel. „Wir sind es der Liga und dem Wettbewerb schuldig, eine richtig gute Leistung zu zeigen“, sagt Sportchef Horst Heldt. Die Kölner besiegelten übrigens den ersten Werder–Abstieg durch einen 5:0–Erfolg. Wiederholt sich Geschichte?

Geschenkt wird also nichts. Und die Meldungen, die diese Woche aus Bremen drangen, stimmen nicht gerade optimistisch. Torjäger Milot Rashica ist angeschlagen, sein Einsatz ist ungewiss.

Falls Werder doch eines der vielen „Wunder von der Weser“ noch schaffen und die Fortuna noch abfangen würde — die Rettung wäre noch längst nicht sicher. Dann würde die Relegation gegen den 1. FC Heidenheim oder den Hamburger SV warten. Werder gegen den HSV, vor zehn Jahren war das eine Partie im Halbfinale der Europa League, die damals noch UEFA–Cup hieß. Eine Relegationspartie der beiden Clubs würde viele Freunde des Katastrophentourismus anziehen.