Fußball-WM 2022 in Katar
: Großes Lob für Schiedsrichter aus Brandenburg und Berlin nach ihrem WM-Debüt

Für ein Highlight im WM-Spiel zwischen Australien und Tunesien (1:0) sorgte die Schiedsrichterleistung, an der auch ein Brandenburger beteiligt war. Ein Bundesliga-Referee schwärmt in höchsten Tönen.
Von
Peter Mertes
Hennigsdorf
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WM-Debüt: Bereits bei der EM 2020 war der Brandenburger Jan Seidel (r.) mit Hauptschiedsrichter Daniel Siebert (m.) und Rafael Foltyn (l.) im Einsatz. Nun gab es viel Lob für ihr erstes WM-Spiel.

Matthias Koch

Gut 4300 Kilometer trennen Jan Seidel aktuell von seinem Heimatort Schwante im Landkreis Oberhavel. Der Schiedsrichterassistent weilt in Katar und feierte dort am 26. November sein WM-Debüt. Als Teil des Schiedsrichterteams rund um den Berliner Daniel Siebert kennt der 38-Jährige die große Bühne von Bundesliga und Champions League.

Für Aufsehen sorgte aber der erste Auftritt auf noch etwas größerer Bühne. Seidel, Siebert und der zweite Assistent Rafael Foltyn, der das Trio komplettiert, zeigten ein starkes WM-Debüt. In einem hitzigen Gruppenspiel zwischen Tunesien und Australien behielten alle drei stets einen kühlen Kopf und den Überblick.

Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich spricht von Werbung für die Schiedsrichter

„Eine Topleistung vom ganzen Team“, lobte Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich bei MagentaTV. Siebert habe hohe Präsenz gezeigt, das Auftreten des Trios sei hervorragend gewesen. Die Leistung sei „Werbung fürs Schiedsrichterwesen.“ Selbst die während der Partie reklamierenden Spieler suchten im Nachhinein die Schuld nicht bei den Unparteiischen, sagte Ittrich.

Auch der Kicker lobte Sieberts Kommunikation und vergab am Ende die Note 2. Der Schiedsrichter zeigte drei Gelbe Karten für die Tunesier, seine Assistenten Seidel und Foltyn mussten dreimal wegen Abseits die Fahne heben. Tore gab es unterdessen wenig zu notieren, Australien reichte ein Treffer in der ersten Halbzeit (23.) zum 1:0-Sieg.

Für die deutschen Schiedsrichter dürfte es nach der Leistung nicht der letzte Einsatz bei dem Turnier gewesen sein. Davon geht zumindest DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich aus: „Er kann, gemeinsam mit seinem Team, sehr stolz auf diesen Auftritt sein und darf zurecht auf weitere Einsätze hoffen.“

Klare Kommunikation: Das Auftreten von Daniel Siebert fand viel Anklag bei Schiedsrichter-Kollegen.

Mike Egerton/dpa

Es wäre die Fortsetzung einer Brandenburger WM-Tradition: Bereits bei den Turnieren 2014 und 2018 war mit Stefan Lupp (Zossen) ein Brandenburger als Assistent dabei, damals im Team von Dr. Felix Brych.