Hertha BSC: Klinsmann rechnet mit seinem Ex-Verein ab

Bestimmt weiter die Berichte um Hertha BSC: der ehemalige Trainer Jürgen Klinsmann
Britta Pedersen/dpaVor dem wichtigen Auswärtsspiel bei Fortuna Düsseldorf, einem direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt, am Freitagabend will sich Trainer Alexander Nouri davon nicht beeinflussen lassen. „Ich verlange von den Spielern und mir persönlich auch, dass der Fokus ganz auf dem Spiel in Düsseldorf liegt.“
Herbe Kritik von Preetz
So ganz unkommentiert wollte Manager Michael Preetz die heftige Abrechnung des Ex-Trainers aber nicht lassen. „Ich halte das aus, aber ich möchte die widerlichen und perfiden Ausführungen gegen die Mitarbeiter von Hertha BSC zurückweisen.“ Zuvor war ein internes Papier veröffentlicht worden, das als Analyse und Bestandsaufnahme der Situation galt. Darin steht unter anderem über den Verein „Der Club hat keine Leistungskultur, nur Besitzstandsdenken und es fehlt jegliches Charisma in der Geschäftsleitung.“ Die Rede ist zudem von einer „Lügenkultur“ und „jahrelangen katastrophalen Versäumnissen“ von Manager Preetz. Zudem wurde jeder Spieler einzeln bewertet. Darin fallen häufig die Worte „nicht leidensfähig“, „zu satt“ oder „zu alt“. Außerdem rief Klinsmann Ralf Ragnick an, um ihn als Trainer zu gewinnen. Dieser teilte mit, dass er das Projekt spannend finde, doch nicht in der Konstellation mit Michael Preetz als Vorgesetzer kommen würde. Zwei Tage später übernahm er selbst. Klinsmanns damaliger Co-Trainer Nouri habe davon nichts gewusst.
„Man könnte den Eindruck gewinnen, dass wir in dieser wichtigen sportlichen Phase nicht zur Ruhe kommen“, sagte Manager Preetz. Das Thema Jürgen Klinsmann soll bei den Berlinern nun endgültig durch sein. „Wir wollen den Fokus auf das schwierige Auswärtsspiel richten. Auch, wenn wir in dieser Woche wieder vom Wesentlichen abgelenkt wurden, müssen wir das in Energie ummünzen und hoffen, dass wir als Team noch enger zusammenrücken“, hofft Preetz.
Und auch Alexander Nouri, der erneut von einer guten Trainingswoche sprach in der viele Zweikampfsituationen geübt wurden, machte klar: „Wir wollen das Spiel gewinnen und so gehen wir da rein.“ Denn auswärtsstark sind die Herthaner. Von den letzten vier Partien in der Fremde konnten sie drei gewinnen und spielten einmal Unentschieden. „Wir wollen selbstbewusst auftreten und diese Serie ausbauen“, erklärt Nouri. Dabei hofft er auf eine ähnliche Reaktion der Mannschaft wie nach dem Klinsmann-Rücktritt vor 14 Tagen als das Team in Paderborn gewann. „Die Reaktion der Mannschaft auf dem Platz war genau richtig.“
Ascacibar wird gesperrt fehlen
Alexander Nouri muss in Düsseldorf auf Winterneuzugang Santiago Ascacibar verzichten. Der Mittelfeldmann sah im Spiel gegen Köln seine fünfte gelbe Karte, da die Verwarnungen aus der 2. Liga nicht gelöscht werden, muss er ein Spiel aussetzen. Pascal Köpke konnte nach einer Magenverstimmung hingegen wieder trainieren, ebenso Arne Maier. Bei Peter Pekarik müsse man noch abwarten.⇥red