Rad-Langstrecke: Radsport in seiner Urform

Udo Kampf, Norbert Becker, Klaus-Dieter Mey, Jörg Kaluzny und Sven Riedel wollen die Qualifikation für Paris-Brest-Paris schaffen.
LeserLos ging es am vergangenen Sonntag mit einem Brevet über knapp 200 Kilometer. Für die Strecke hatten die Fahrer 13,5 Stunden Zeit, wobei die Platzierung egal ist, das Ankommen innerhalb der Zeitspanne ist wichtig. Den Streckenverlauf hatten die Starter per GPS-Track vorher zugeschickt bekommen.
Start war das Amstel House Hostel in Berlin-Moabit, wo die insgesamt 90 Fahrer in drei verschiedenen Startgruppen auf ihre Reise geschickt wurden. Drei Kontrollpunkte galt es auf der 212 Kilometer langen Fahrt anzusteuern. Die Wasserfreunde waren noch in den Grenzen Berlins, da kam es zur ersten Panne. Ein Speichenbruch hemmte den Tatendrang der Radsportler. Sie hatten zwar alle Werkeug dabei - ein Teamwagen ist bei diesem Wettbewerb nicht zugelassen -, dennoch dauerte es eine Stunde ehe der Schaden behoben war. Dafür sollte es auch die letzte Panne des Tages gewesen sein.
Die Fünf erreichten problemlos den ersten Kontrollpunkt Hennickendorf, wie auch den Zweiten in Dahme/Mark. Dort gönnten sie sich eine halbstündige Rast, um die „Körner wieder aufzufüllen“. Von der letzten Kontrollstelle in Teupitz ging es dann wieder zurück zum Amstel House in Berlin. Diese 50 Kilometer hat den Radlern aber noch einmal alles abverlangt. Jetzt bekamen sie den böigen Wind von vorn zu spüren - das war kein Vergnügen. Der Spaß stellte sich dann wieder innerhalb Berlins ein, als es auf unbekannten Wegen durch viele Grünanlagen in Richtung Ziel ging. „Man kennt als Berlinbesucher ja nur die Hauptverkehrsstraßen als Autofahrer, oder die Umgebung der Bahnhöfe wenn man mit den Öffentlichen fährt. Berlin hat aber auch schöne Radwege, die wir so entdeckt haben“, schildert Udo Kampf seine Eindrücke.
Nach 8:59 Stunden fuhren sie wieder vor dem Amstel House vor, die erste Aufgabe für den Paristrip war sicher erledigt. Am 27. April wollen die Fünf ihr 300-Kilometer-Brevet fahren, am 25. Mai stehen die 400 Kilometer an und am 15. Juni die 600 Kilometer. Erst wenn all diese Langfahrten in der vorgegebenen Zeit absolviert wurden, dürfen sie sich für das Paris-Brest-Paris Randonneur am 18. August anmelden.
Diese 1200 Kilometer sind sicherlich eine Herausforderung, der aber ein besonderer Reiz inne liegen muss. Sven Riedel kann schon auf zwei Teilnahmen zurückschauen und möchte nun unbedingt ein drittes Mal dabei sein.