Regionalliga Nordost: Trotz Fan-Protest – Seidemann wechselt zu Carl Zeiss Jena

Transfer: Kay Seidemann (l.) erklärt seinen brisanten Wechsel von Rot-Weiß Erfurt zu Carl Zeiss Jena in der Regionalliga Nordost. Die Jena-Fans hatten zuletzt dagegen protestiert.
IMAGO/Eibner-Pressefoto/Martin HerbstDass das Verhältnis zwischen Rot-Weiß Erfurt und Carl Zeiss Jena schwierig ist, ist weit über die Thüringer Landesgrenzen hinaus bekannt. Spielerwechsel zwischen den beiden Vereinen gehen daher nicht immer geräuschlos über die Bühne, im aktuellen Fall von Kay Seidemann erst Recht nicht.
Nachdem sich zuletzt herumgesprochen hatte, dass Carl Zeiss Jena an dem 24-jährigen Offensivmann vom Lokalrivalen interessiert ist, protestierten Teile der Jena-Fanszene. Auf einer Turnhalle in Stadionnähe war beispielsweise ein Graffiti mit den unschönen Worten „Seidemann verpiss dich“ zu lesen gewesen. Am Donnerstagnachmittag (20. Juni) gab Jena bekannt, dass der Offensivspieler dennoch zu Carl Zeiss wechselt.
Seidemann versteht die Brianz seines Transfers nach Jena
„Wir befinden uns als Verein in einer Situation, in der wir nicht gewinnen können“, hatte Jenas Geschäftsführer Patrick Widera die Situation noch kürzlich in der „Ostthüringer Zeitung“ beschrieben. Entzündet haben soll sich der Fan-Protest nach MDR-Informationen daran, dass Seidemann nach einem Thüringenderby ein T-Shirt getragen hat, auf dem zu sehen war, wie eine Figur das Emblem von Carl Zeiss Jena verspeist. Zudem war auf dem Shirt der Schriftzug „Thüringen ist Rot-Weiß“ zu lesen.
Im Rahmen seiner Verpflichtung äußert sich Seidemann nun selbst zu dem brisanten Wechsel. In einer Mitteilung von Carl Zeiss Jena wird er mit den Worten zitiert: „Ich weiß, dass ich von Teilen der FCC-Fans sehr kritisch gesehen werde. Damit habe ich mich in den letzten Tagen auseinandergesetzt. Ich kann das auch nachvollziehen und respektiere das natürlich.“ Dennoch wolle er den Schritt nach Jena wagen und hoffe, nur über seine Leistung auf dem Platz beurteilt zu werden.
Der Vertrag Seidemanns in Erfurt läuft aus, der Wechsel ist entsprechend ablösefrei möglich. Für die Rot-Weißen kam Seidemann vergangene Saison fast ausschließlich als Joker zum Einsatz und sammelte bei 28 Einsätzen in 750 Spielminuten fünf Scorerpunkte (drei Tore, zwei Vorlagen).

