Regionalliga und NOFV-Oberliga Nord: Warum spielt Nils Stettin statt bei Union Fürstenwalde lieber fünfte Liga in Mahlsdorf?

Nils Stettin im Trikot von Eintracht Mahlsdorf, ehemaliger Stürmer des FSV Union Fürstenwalde, setzt sich gegen seinen alten Club und Manassé Eshele durch.
Alexander WinklerNach dem Abgang von Toptorjäger Emeka Oduah zum Drittligisten VfL Osnabrück ist Fußball-Regionalligist FSV Union Fürstenwalde mehr den je auf der Suche nach treffsicheren Angreifern. Kandidaten gibt es schon, aber einer, der gepasst hätte und Treffsicherheit auch schon einmal an der Hangelsberger Chaussee bewiesen hat, sagte ab.
„Als wir gehört haben, dass Nils Stettin bei den Sportfreunden Lotte um Freigabe gebeten hat, haben wir sofort nachgefragt“, erzählt Michael von der Sportlichen Leitung des FSV Union. Aber die Domstädter kamen schon zu spät, der 25-jährige Mittelstürmer schloss sich dem NOFV-Oberligisten Eintracht Mahlsdorf an. Der Grund dafür hat weniger sportliche Züge, sondern eher dramatisch-familiäre. „Da hatten wir keine Chance“, weiß Pohl. Stettin spricht über die Gründe für seinen Wechsel in die fünfte Liga sowie seine Ex-Vereine FSV Union Fürstenwalde, wo er insgesamt zweieinhalb Jahre spielte, und ab Sommer 2020 für ein Jahr Energie Cottbus ...
... seine Zeit in Fürstenwalde (2017 ein halbes Jahr als Leihspieler vom 1. FC Union Berlin, 2018 bis 2020) in der Rückschau?
Das war schon ein coole Zeit. Es waren die zwei besten Jahre in meiner Karriere. wir hatten immer gute Ergebnisse abgeliefert. Gerade im letzten Jahr vor dem ersten Corona-Lockdown. Da sind wir auf Platz vier gelandet.
… die aktuelle Situation beim FSV Union Fürstenwalde.
Ich habe die Entwicklung schon verfolgt. Es ist sicher keine einfache Zeit für Fürstenwalde. Gerade nach dem Weggang von uns allen, hat man gesehen, dass ein Leistungsbruch entstanden ist. Aber das liegt ja nicht nur an den Spielern, die jetzt kaum Regionalliga-Erfahrung haben und sehr jung sind. Da ist es schwer erfolgreich zu sein.
... und seine Zeit bei Energie Cottbus.
Man nimmt immer etwas Positives mit. Ich habe über meine Zeit bei Energie jedenfalls nicht Negatives zu erzählen, weil die Bedingungen sind natürlich überragend. Cottbus ist immer ambitioniert, in dem Jahr (2020/21) war es aber leider nicht ganz so – aber auch bedingt durch den zweiten Corona-Abbruch war es dann am Ende auch egal.
... über den etwas unglücklichen Abschied bei Energie Cottbus.
Was heißt nicht optimal gelaufen. Im Fußball geht es oft relativ schnell. Ich glaube, es war nicht das einer sauer auf den anderen war. Energie hatte andere Vorstellungen als ich sie hatte. Deshalb haben wir uns getrennt. Cottbus wollte oben angreifen. Ich wusste, es kommt mit Claus-Dieter Wollitz ein neuer Trainer, und dass es nicht einfacher wird. Als ich die Chance hatte, in eine andere Regionalliga (West) zu gehen, habe ich gedacht, ich probiere es einfach mal. Von meiner Seite floss also gar kein böses Blut, ich denke von Cottbuser Seite auch nicht.
... über die Gründe für den Wechsel von Nils Stettin von den Sportfreunden Lotte nun in die Oberliga nach Mahlsdorf.
Das waren mehrere. Erstens die Nähe zu Berlin, aber der ausschlagende Grund war die Familie. Da gibt es Dinge, die nicht so schön sind (Die Mutter ist schwer erkrankt.). Deshalb habe ich Lotte gebeten, meinen Vertrag aufzulösen. Und es war klar, dass ich aus dem Profifußball erst einmal rausgehe. Der Wechsel nach Mahlsdorf kam dann über Filip Krstic, den ich wie einige andere auch (u.a. Peter Köster, Kay Michel, Rifat Gelici) aus Fürstenwalde kenne und mit dem ich schon immer ein bisschen Kontakt hatte. Da war es ein naheliegender Schritt, dass ich das mache. Mit den Jungs macht es Spaß, die sind alle ambitioniert, dann bin ich es auch.
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