Respekt
: Mutiger Auftritt beim Tabellenführer

In der Regionalliga haben sich die Fußballer des FSV Optik Rathenow beim Spitzenreiter Chemnitzer FC gut verkauft, obwohl sie mit 0:3 verloren.
Von
Nico Roesenberger
Chemnitz
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  • Shelby Printemps war vor allem in der ersten Halbzeit ein ständiger Unruheherd in der Chemnitzer Hintermannschaft.

    Shelby Printemps war vor allem in der ersten Halbzeit ein ständiger Unruheherd in der Chemnitzer Hintermannschaft.

    Roesenberger
  • Nach dem guten Auftritt seiner Elf gab Ingo Kahlisch trotz der Niederlage gut gelaunt ein Interview.

    Nach dem guten Auftritt seiner Elf gab Ingo Kahlisch trotz der Niederlage gut gelaunt ein Interview.

    Roesenberger
  • Oscar Ortiz räumte im defensiven Mittelfeld auf und wagte sich immer wieder selbst nach vorn.

    Oscar Ortiz räumte im defensiven Mittelfeld auf und wagte sich immer wieder selbst nach vorn.

    Roesenberger
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Die Gastgeber waren erwartungsgemäß spielbestimmend, aber ohne wirkliche Chancen. Die hatte stattdessen die Optik–Elf. Nur wenige Minuten nach Printemps Ausflug steckte dieser nach einer Balleroberung von Ortiz auf Adewumi durch, der aber nur das Außennetz traf. Die Rathenower Anhänger hatten hier schon zum Torjubel angesetzt. Warum der Chemnitzer FC Tabellenführer ist, zeigte er nach 34 Minuten. Nach einer Ecke schraubte sich Kostadin Velkov hoch und köpfte zum 1:0 ein. Bei Standardsituationen ist der CFC in dieser Saison bärenstark und schwer zu kontrollieren.  Wer dachte, der FSV wäre nun geknackt, sah sich getäuscht. Auch CFC–Trainer David Bergner wunderte sich: „Ich dachte, durch das 1:0 kommt etwas Ruhe rein, das war aber nicht so.“ Im direkten Gegenzug schickte Ortiz diesmal Adewumi, dessen Abschluss zwar platziert, aber etwas zu lasch war, so dass CFC–Keeper Mroß den Ball parieren konnte. Auf der Gegenseite musste sich kurz vor dem Halbzeitpfiff noch Luis Zwick bei einem Distanzschuss von Dennis Grote ganz lang machen.  Dann war Halbzeit, und die Chemnitzer Führung zwar nicht unverdient, aber durchaus schmeichelhaft. „Wenn Rathenow hier in Führung gegangen wäre, wäre das nicht unverdient gewesen“, musste auch David Bergner zugeben.  In der zweiten Hälfte blieben beide Teams ihrer Linie treu. Die Rathenower blieben bei Kontern stets gefährlich, und die Chemnitzer bei Standards. Nach 72 Minuten erhöhte Frahn nach einer weiteren Ecke per Kopf auf 2:0. Es war die einzige Situation, in der sich der Top–Torjäger der Regionalliga in Szene setzen konnte, ansonsten waren er und sein Sturmpartner Dejan Bozic bei Marc Langner und Aleksandar Bilbija in guten Händen. Kurz darauf gab es für den FSV direkt die Chance, zu verkürzen. Nach einem Konter über Adewumi und einem öffnenden Ball des eingewechselten Luiz Schack scheiterte Caner Özcin an Mroß. In den letzten zehn Minuten ließen bei Optik die Kräfte deutlich nach und so konnte Chemnitz durch den eingewechselten Jan–Pelle Hoppe auf 3:0 erhöhen, nachdem dieser kurz zuvor noch am klasse reagierenden Zwick gescheitert war. Dann war Schluss, und der Applaus der 3.500 Zuschauer galt zum Teil sicher auch dem Rathenower Team, das mit einem mutigen, spielerisch sehenswerten und sportlich fairen Auftritt punkten konnte.  Ingo Kahlisch: „Wir freuen uns, dass wir hier in Chemnitz spielen durften. Hier sind zwei Vereine aufeinandergetroffen, die unterschiedlicher nicht sein können. Aber wir haben uns hier heute sehr gut verkauft. Wir hatten in der ersten Halbzeit zwei, drei klare Chancen, die Chemnitz nicht hatte — da müssen wir natürlich ein Tor machen. Am Ende war das Ergebnis ein Tor zu hoch. Die Jungs haben das aber von der Spielanlage heute sehr ordentlich gemacht. Die Leistung lässt uns vernünftig in die Zukunft blicken — ob dort oder dort.“  David Bergner: „Meine Jungs waren vom Mittwochspiel sehr kaputt, daher waren wir vom Kopf her in der ersten Halbzeit nicht richtig da. Wenn Rathenow hier in Führung gegangen wäre, wäre das nicht unverdient gewesen. Glücklicherweise machen wir dann nach einer Standardsituation das 1:0. Ich dachte, dadurch kommt etwas Ruhe rein, das war aber nicht so. Die zweite Halbzeit war eine zähe Angelegenheit, wo man immer ein bisschen das Gefühl hatte, eine Aktion reicht, um dem Gegner ein Tor zu ermöglichen. Das haben wir glücklich überstanden und machen dann das 2:0. Wir freuen uns jetzt über das Ergebnis. Ich denke, wenn man nach 28 Spielen 22 Mal gewonnen hat, ist das ein ordentliches Zeichen.“

Optik: Zwick — Wilcke, Bilbija, Langner, Matur — Hellwig, Aydogdu — Weber, Ortiz, Adewumi (G) — Printemps.