Testspiel: Union Berlin gewinnt gegen Bröndby IF mit 2:1
Da haben die insgesamt nun schon zwölf Neuzugänge der Köpenicker gleich einen richtigen Eindruck von ihrer neuen Arbeitsstätte bekommen. Bei der Vorstellung der neuen Mannschaft durch Medienchef und Stadionsprecher Christian Arbeit feierten die eisernen Fans das Team bereits frenetisch. Bereits laut wurde es bei Routinier Michael Parensen und Trainer Urs Fischer. Dem einen oder anderen dürfte die Gänsehaut gekommen sein.
Mit dabei waren auch die drei neuesten Einkäufe vom Geschäftsführer Profifußball, Oliver Ruhnert. Auf dem Feld fehlten Neven Subotic, Christian Gentner und Marvin Friedrich allerdings noch. Schließlich hatten sie noch keine Vorbereitungsminute mit ihren Teamkollegen in den Beinen.
Trainer Urs Fischer nominierte aus dem inzwischen auf mehr als 30 Akteure aufgeblähten Kader 22 Spieler für die Partie gegen den dänischen Topclub nominiert, bei dem mit Simon Hedlund, auch ein Ex-Unioner mit viel Applaus begrüßt und der in der Pause noch einmal gebührend verabschiedet wurde. Bei den Skandinaviern standen mit Dominik Kaiser und Anthony Jung auch zwei ehemalige Akteure von RB Leipzig in der Startelf.
Bei den Unionern, die mit je einer Elf für jede Halbzeit agierten, standen in der ersten Hälfte mit Anthony Ujah, Marius Bülter, Julius Kade, Robert Andrich, Keven Schlotterbeck und Torwart Nicolas sechs Neue auf dem Feld. Nach dem Wechsel kam auch noch der Österreicher Florian Flecker zum Einsatz.
Derweil schauten sich fast ein dritte Elf das bunte Treiben auf dem grünen Rasen von der Tribüne an. Zu Subotic und Gentner gesellten sich unter anderen Marvin Friedrich, Sheralton Becker, Lennard Maloney sowie Sebastian Andersson und Rafal Gikiewicz, ihren Urlaub beendet haben und mit dem Team am Montag ins Trainingslager nach Windischgarsten in Oberösterreich fliegen.
Auf dem Feld tat sich weit weniger als vor dem Anpfiff. Angesichts der ersten harten Vorbereitungstage nachvollziehbar. Gleichwohl zeigte sich Fischer zufrieden. „In der Summe war es eine gute Leistung. Man hat gesehen, dass der Gegner ein bisschen spritziger war. Aber sie sind auch am Ende ihrer Vorbereitung. Das bei uns noch nicht alle Automatismen funktionieren ist nachvollziehbar.“, befand der Schweizer.
Einige Male gelang es den Unionern, bei denen vor allem ehemalige Herthaner Kade mit einigen gelungenen Pässen sowie der auf rechts wirbelnde Akaki Gogia auffielen, den Ball in Richtung Bröndby-Tor zu bringen. Doch weder Gogia (4.), Christopher Lenz (11.) noch Andrich (15.) und Kade (20.) konnten Torwart Marvin Schwäbe überwinden. Das gelang zwar mit einer schönen Drehung um den gegnerischen Abwehrspieler und strammem Schuss in den Winkel Ujah (25.). Doch der Nigerianer stand zuvor im Abseits. Und auch Moritz durfte sich auszeichnen, als Kamil Wilczek aus Nahdistanz abzog.
In der zweiten Hälfte stand dann ein großer Teil der Aufstiegsmannschaft auf dem Feld. Und diesem gelang tatsächlich ein Treffer. Publikumsliebling Sebastian Polter, der es bei der neuen Konkurrenz in der Offensive nicht einfach haben wird, wurde von Leidensgenosse Marcel Hartel bedient und vollendete zum 1:0 (63.). Weniger Jubel rief Torwart Jakob Busk hervor, der von den Bröndby-Fans konsequent ausgepfiffen wurde, weil er vor seinem Engagement an der Wuhlheide beim Lokalrivalen FC Kopenhagen im Kasten stand.
Fußballerisch blieb das Niveau bescheiden. Den Gästen aus einem Kopenhagener Vorort, die kommende Woche in derEuropa-League-Qualifikation antreten, gelang durch Paulus Arajuuri mit einem Kopfball noch der Ausgleich (82.). Am Ende sorgte Joshua Mees mit dem 2:1 noch für einen auch ergebnistechnisch gelungenen Saisonauftakt.
Wichtiger als das Spiel und das Ergebnis wird den rund 12.500 Anhängern ohnehin die anschließende Autogrammstunde der Unioner im Biergarten an der Waldseite gewesen sein.

