Toptalent bei Union Berlin: Bogdanov bekommt Lob und Aufgabe von Trainer Baumgart

Der erst 18 Jahre alte Dmytro Bogdanov (links, gegen Leon Schneider) feierte gegen Arminia Bielefeld sein Profi-Debüt im DFB-Pokal für Union Berlin.
Sebastian Räppold/Matthias Koch- Dmytro Bogdanov (18) gibt Profi-Debüt für Union Berlin im DFB-Pokal gegen Bielefeld.
- Der Stürmer floh 2022 aus der Ukraine, gilt als großes Talent, hatte bei Dynamo Dresden aber Rückschläge.
- Nach Wechsel zu Union: Erfolgreich in der U19 (10 Tore in 6 Spielen), trainiert regelmäßig mit den Profis.
- Trainer Baumgart lobt Bogdanovs Leistung im Pokalspiel: „Sehr gute Aktionen, viel Potenzial.“
- Union will Bogdanov behutsam entwickeln; Einsatz gegen Freiburg am Samstag möglich.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Dmytro Bogdanov war bei seinem ersten Profi-Einsatz für den 1. FC Union Berlin nicht nur dabei, sondern mittendrin. Als Danilho Doekhi die Eisernen aus Köpenick im DFB-Pokalspiel gegen Arminia Bielefeld in der Verlängerung zum 2:1-Sieg schoss, mischte der junge Stürmer im Gewühl um den Ball voll mit. Für Bogdanov war es ein Einstand nach Maß: erstes Spiel und dann gleich ein stimmungsvoller Pokalabend mit Happyend für den FCU.
Entsprechend hell leuchteten die Augen von Dmytro Bogdanov auch noch lange nach dem Schlusspfiff. „Die Stimmung war überragend, einfach ein super Gefühl. Ich freue mich sehr, dass wir dieses Spiel gewonnen haben“, sagte der erst 18 Jahre alte Stürmer im vereinseigenen AFTV-Interview.
Wer ist dieser Dmytro Bogdanov? Der 2022 mit seiner Familie 2022 wegen des Krieges aus der Ukraine geflohene Mittelstürmer galt lange Zeit bei Dynamo Dresden als das Toptalent schlechthin. Bereits mit 17 Jahren feierte er sein Debüt in der 3. Liga. Aber nach den ersten Schritten im Profiteam stockte die Entwicklung. Mehr noch – Dmytro Bogdanov, Spitzname „Mitja“, geriet mehr und mehr aufs Abstellgleis. Als Dynamo im Juli ins Sommertrainingslager nach Windischgarsten (Österreich) fuhr, musste Dmytro Bogdanov zu Hause bleiben und stattdessen mit der U19 trainieren. Es war damals ein klarer Fingerzeig des Vereins, zumal andere Talente mit nach Österreich durften.
Intern war man bei Dynamo Dresden mit der Einstellung von Dmytro Bogdanov zu seinem Beruf als Fußballprofi nicht zufrieden. Der Vorwurf: fehlende Demut und Mentalität. Sport-Geschäftsführer Thomas Brendel hatte damals im Trainingslager erklärt: „Schlussendlich ist der Spieler selbst verantwortlich dafür, was er aus seinem Talent und seinen Möglichkeiten macht. Er hat bis jetzt zu wenig gemacht draus.“ Das habe man dem Youngster und seinem Umfeld in diversen Gesprächen deutlich kommuniziert. Kein Spieler, so Brendel, habe vom Verein eine so große Aufmerksamkeit bekommt, wie Dmytro Bohdanov. Aber das gestörte Vertrauensverhältnis war nicht mehr zu kitten.
Bogdanovs Berater Frank Lieberam wehrte sich via „Bild“ gegen die Kritik: „Ich kann bei Mitja nicht erkennen, dass er die Bodenhaftung verloren hätte. Aber es passt irgendwie nicht mehr zusammen, so was gibt es im Fußball immer wieder.“
Dmytro Bogdanov bei Dynamo Dresden im Abseits
Im August wechselte Dmytro Bogdanov dann von Dynamo Dresden nach Berlin-Köpenick. In Elbflorenz war man darüber nicht sonderlich traurig, weil es keine gemeinsame Basis mehr gab. Der bis 2026 laufende Vertrag wurde aufgelöst. Zudem kassierte der Zweitliga-Aufsteiger für Bogdanov eine Ablösesumme im mittleren sechsstelligen Bereich. Der Marktwert des Stürmers liegt aktuell bei 250.000 Euro.
Bei Union Berlin sollte das Sturmtalent laut Horst Heldt als Geschäftsführer Profifußball „behutsam an das Niveau im Männerbereich“ herangeführt werden. Seinen Torriecher stellte Dmytro Bogdanov inzwischen auch bei den Eisernen unter Beweis. In sechs Spielen erzielte er zehn Treffer für die U19 in der Nachwuchs-Bundesliga. Zudem trainierte Bogdanov regelmäßig bei den Profis unter Cheftrainer Steffen Baumgart. In den zurückliegenden drei Bundesliga-Spielen gehörte der Youngster auch zum Spieltagskader – allerdings noch ohne Einsatz.

Toptalent: Dmytro Bogdanov feierte bei Dynamo Dresden bereits mit 17 Jahren sein Profidebüt in der 3. Liga.
Robert Michael/dpaIm DFB-Pokal gegen Bielefeld erlebte Dmytro Bogdanov seine Feuertaufe im Stadion an der Alten Försterei. Nach der Einwechslung in der 67. Minute deutete der Mittelstürmer mit mehreren frechen Aktionen sein Potenzial an. Als Danilho Doekhi die Eisernen erstmals seit drei Jahren ins Achtelfinale schoss, war Bogdanov mittendrin in der Jubeltraube. Sein Fazit: „Ich wollte alles für die Mannschaft geben. Der Trainer war zufrieden, ich bin zufrieden, wir sind in der nächsten Runde.“
In der Tat gab es nach der eisernen Profi-Premiere ein Lob von Trainer Steffen Baumgart. Bogdanov habe „ein, zwei sehr, sehr gute Aktionen“ gehabt: „Ich bin zufrieden mit ihm – es war sein erstes Spiel vor dieser Kulisse.“
Bei Union Berlin ist man vom riesengroßen Potenzial des Youngsters überzeugt. Auch im Bundesliga-Heimspiel gegen den SC Freiburg (Samstag, 15.30 Uhr) dürfte er wieder zum Kader gehören. Dennoch bleibt es dabei: Das Toptalent soll in Ruhe die nächsten Schritte gehen. „Wir freuen wir uns, dass wir so einen jungen Spieler in unseren Reihen haben. Wir sollten dem Jungen weiter die Zeit für Entwicklung geben, die er braucht“, lautet seine Aufgabe für den Verein – und vor allem für Bogdanov.

