Über die Tennis-Tour von Novak Djokovic: Blanker Hohn

Dorothee Torebko
PrivatEs kam, wie es kommen musste: Mittlerweile haben vier Profis Corona. Darunter auch der Organisator selbst. Kleinlaut postete Djokovic: Das Virus sei eine „neue Realität“, mit der man lernen müsse umzugehen. Diese Worte sind blanker Hohn angesichts der monatelangen Bemühungen überall auf der Welt.
Die Spieler brachten sich, ihre Mitarbeiter und Tausende Zuschauer in Gefahr. Schlimmer noch: Sie machten die Arbeit von politischen und sportpolitischen Verantwortungsträgern lächerlich. Sie diskreditierten das Tennis, das durch die Möglichkeit, die Abstandsregeln einzuhalten, ein idealer Sport in Pandemiezeiten ist.
Besser als Djokovic und Co. macht es der Deutsche Tennis Bund. Der Verband erarbeitete ein Konzept, bei dem deutsche Profis gegeneinander antreten und damit Spielpraxis bekommen. Zuschauer gibt es größtenteils nicht, Linienrichter und Ballkinder auch nicht. Das alles ist nicht so sexy wie die Adria-Tour. Doch es bietet Tennisfans die Chance per Onlinestream, die turnierfreie Zeit zu überbrücken. Schade nur, dass Spitzenspieler wie Zverev lieber in Serbien aufschlagen, statt das heimische Publikum zu erfreuen.
