Union Berlin
: „Es ist krass“ – Marco Grote startet mit Appell und Offensiv-Plan

Nach dem Abschied von Urs Fischer führt Interimstrainer Marco Grote den 1. FC Union Berlin gemeinsam mit Co-Trainerin Marie-Louise Eta ins Spiel gegen Augsburg. Bei seiner ersten Pressekonferenz legt Grote mit viel Elan los.
Von
Frank Noack
Berlin
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  • Interimstrainer Marco Grote und Co-Trainerin Marie-Louise Eta führen Union Berlin in das Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg.

    Interimstrainer Marco Grote und Co-Trainerin Marie-Louise Eta führen Union Berlin in das Bundesliga-Spiel gegen den FC Augsburg.

    Matthias Koch/dpa
  • Voller Elan: Marco Grote gab am Donnerstag seine erste Pressekonfernez als Interimstrainer von Union Berlin

    Voller Elan: Marco Grote gab am Donnerstag seine erste Pressekonfernez als Interimstrainer von Union Berlin

    Matthias Koch
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Um 16 Uhr betrat Marco Grote am Donnerstagnachmittag jenes Podium, das in den vergangenen fünf Jahren Urs Fischer gehört hatte. Der Interimstrainer des 1. FC Union Berlin absolvierte seine erste Pressekonferenz im Stadion An der Alten Försterei. Grote und seine Co-Trainerin Marie-Louise Eta führen die Eisernen in das Bundesliga-Heimspiel gegen den FC Augsburg am Samstag um 15.30 Uhr.

Die Aufgabe des Interims-Duos ist anspruchsvoll: Nach 14 Pflichtspielen ohne Sieg will das Schlusslicht der Fußball-Bundesliga endlich wieder ein Erfolgserlebnis feiern. Nach der Trennung von Urs Fischer ist es ein Neuanfang für den FCU.

Bei seinem Einstand gab es von Marco Grote gleich einen flammenden Appell. „Es ist krass, welch unglaubliche Energie im Stadion An der Alten Försterei herrscht. Diese Wucht und Unterstützung von uns allen werden die Spieler auch am Samstag brauchen. Sie werden brennen, sie wollen unbedingt gewinnen. Mein Appell, obwohl ich nicht weiß, ob das überhaupt nötig ist: Unterstützt die Mannschaft am Samstag nach besten Kräften“, betonte Grote an die Adresse der Fans.

Allerdings musste das Interims-Duo Grote/Eta gleich personelle Rückschläge hinnehmen: Neben dem weiterhin verletzten Danilho Doekhi fallen gegen Augsburg auch Leonardo Bonucci und Sheraldo Becker aus. Rani Khedira ist noch für eine Partie gesperrt.

Marco Grote (51) hatte bisher die U19 des 1. FC Union in der A-Junioren-Bundesliga betreut. Der ehemalige Verteidiger übernahm 2020 beim VfL Osnabrück seinen ersten Posten als Cheftrainer. Bei den Niedersachsen war nach sieben Monaten dann Schluss für Grote. Über eine Auslandsstation bei Apollon Smyrnis in Griechenland landete er im Juli 2022 in Köpenick.

Marco Grote mit viel Elan

Mit viel Elan, aber auch Demut und norddeutscher Geradlinigkeit sprach der gebürtige Bremer am Donnerstag vor den Journalisten über das bevorstehende Spiel gegen den FC Augsburg. Marco Grote redete im Detail über…

Die Ernennung zum Interimstrainer: „Präsident Dirk Zingler hat uns am Dienstag vor einer Woche in sein Büro bestellt. Wir wussten nicht, was auf uns zukommt. Natürlich mussten wir nicht lange überlegen und haben zugesagt. Wir haben eine große Wertschätzung von allen Seiten erfahren.“

Die ersten Tage als Interimstrainer: „Seitdem haben wir viele Gespräche geführt, um die einzelnen Spieler kennenzulernen. Der Arbeitstag beginnt um 8 Uhr und endet oft erst spätabends. Es geht vor allem darum, die Spieler daran zu erinnern, welche Qualität sie haben.“

Seine fußballerische Spielphilosophie: „Wir wollen offensiv denken und mutig sein. Es geht nicht darum, alles auf Links zu drehen. Es geht darum, die Union-typischen Stärken in der Defensive beizubehalten beziehungsweise wiederzuerlangen. Damit war Union Berlin in den vergangenen Jahren sehr erfolgreich. Außerdem geht es darum, der Mannschaft die eine oder andere zusätzliche Option für die Offensive mit auf den Weg zu geben.“

Der Trainer und Mensch Marco Grote: „Die Zeit bei Werder Bremen – unter anderem mit Otto Rehhagel – hat mich natürlich geprägt. Aber es macht trotzdem wenig Sinn, jemand großartig nachzueifern. Als Mensch bin ich klar, ehrlich und direkt. Es ist in allen Lebenslagen hilfreich, sich die Wahrheit zu sagen.“

Die Zeit nach dem Abschied von Urs Fischer: „Es war gut, dass die Spieler drei, vier Tage Zeit hatten, um alles zu verarbeiten. Es ist doch klar, dass alle im Verein und auch die Fans sehr traurig waren. Aber seit dem ersten Training am Montag sind wir nicht mehr in der Vergangenheit. Wir sind jetzt in der Zukunft. Es geht jetzt ausschließlich um den Samstag und das Spiel gegen Augsburg.“

Den Gegner FC Augsburg: „Der FC Augsburg hat mit dem neuen Trainer zuletzt überaus erfolgreich gespielt. Sie haben viel Dynamik und individuelle Qualität. Wir erwarten am Samstag ein Kampfspiel.“

Die Zukunft als Interimstrainer: „Erst einmal betreuen wir die Mannschaft am Samstag gegen Augsburg. Alles andere weiß ich nicht und es ist auch nicht relevant. Ich bin lange genug im Fußball dabei und weiß, dass sich kurzfristig immer etwas ändern kann. Wenn es so ist, wird man es mir sagen. Wir haben zunächst allein Augsburg auf dem Zettel.“

Die Tabelle der Fußball-Bundesliga